SÜDBADEN & BADEN-WÜRTTEMBERG

PHP-Sicherheitslücke: Baden-Württemberg schaltet Websites vorsorglich ab

Wegen einer weltweit bekannt gewordenen IT-Sicherheitslücke hat Baden-Württemberg zahlreiche Internetseiten und Web-Systeme der Landesverwaltung vorsorglich abgeschaltet. Die betroffenen Angebote sind vorübergehend nicht erreichbar. Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich ausdrücklich nicht um die Folgen eines erfolgreichen Cyberangriffs.

Die am Mittwoch, 21. Oktober, bekannt gewordene Schwachstelle betrifft die Programmierumgebung PHP, die auf vielen Webservern eingesetzt wird. Auch eine größere Zahl von Systemen der baden-württembergischen Landesverwaltung ist betroffen.

Angreifer könnten Kontrolle über Systeme übernehmen

Das Innenministerium stuft die Sicherheitslücke als hochkritisch ein. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten Angreifer darüber aus der Ferne schädliche Programme ausführen und so die Kontrolle über betroffene Systeme erlangen.

Nach Angaben von Innen- und Digitalisierungsminister Manuel Hagel beobachten Sicherheitsbehörden und IT-Experten weltweit bereits vermehrte Angriffsversuche auf die Schwachstelle.

Deshalb habe das Land die betroffenen Systeme vorsorglich vom Internet getrennt, um mögliche Angriffe zu verhindern.

Welche Internetseiten der Landesverwaltung konkret abgeschaltet wurden und wie lange sie nicht erreichbar bleiben, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Sicherheitsupdate wird eingespielt

Für die Sicherheitslücke steht laut Ministerium inzwischen ein Update des Herstellers bereit. Fachleute prüfen die Korrektur und spielen sie auf den betroffenen Systemen ein.

Erst wenn die Schwachstelle zuverlässig geschlossen ist, sollen die Internetangebote schrittweise wieder online gehen.

Das Land arbeitet dabei unter anderem mit seinem IT-Dienstleister BITBW und den zuständigen Cybersicherheitsstellen zusammen.

Auch Freiburger Uniklinik und Uni hatte Abschaltung gemeldet

Bereits am Mittwoch hatte das Universitätsklinikum und die Umiversität Freiburg über Instagram mitgeteilt, die Websiten und weitere zugehörige Internetangebote wegen einer neu bekannt gewordenen weltweiten IT-Sicherheitslücke vorübergehend abgeschaltet zu haben.

Auch das Klinikum betonte, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme und nicht um einen Cyberangriff auf die Einrichtung handle.

Ob und in welchem Umfang die betroffenen Systeme der Uniklinik inzwischen wieder erreichbar sind, ist nicht bekannt.

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