Im Mooswald in Freiburg ist erstmals Saatgut von Spitzahornbäumen geerntet worden. Daraus sollen junge Bäume entstehen, die künftig in Wäldern gepflanzt werden können. Der Spitzahorn gilt als vergleichsweise widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit und soll deshalb beim Waldumbau im Klimawandel eine größere Rolle spielen.
Am Montag begleiteten Regierungspräsident Carsten Gabbert und Freiburgs Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß die ungewöhnliche Ernte im Stadtwald.
Ahornsamen aus 20 Metern Höhe
Für die Ernte kletterten Fachkräfte des Freiburger Baumpflegeteams Busemann rund 20 Meter hoch in die Bäume.
Dort schüttelten sie die reifen Ahornsamen in zuvor ausgelegte Netze.
Das Saatgut wird anschließend an Baumschulen verkauft. Diese ziehen daraus junge Forstpflanzen heran, die später von Waldbesitzenden gekauft und gepflanzt werden können.
Die Ernte organisiert der Forstsaatguthändler Plusbaum aus Nagold. Dafür hat ihm das Freiburger Forstamt die Fläche im Mooswald verpachtet.
Spitzahorn trotzt Hitze und Trockenheit
Der Spitzahorn hat im Freiburger Stadtwald in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.
Noch vor rund 20 Jahren bevorzugten die Forstleute im Mooswald vor allem Bergahorn und Esche als zusätzliche Baumarten.
Doch bereits während des besonders heißen und trockenen Sommers 2003 zeigte sich nach Angaben von Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß, dass der Spitzahorn mit solchen Bedingungen vergleichsweise gut zurechtkommt.
Seither wird die Baumart im Freiburger Stadtwald gezielt gefördert und in jungen Wäldern gepflanzt.
Allerdings war geeignetes Pflanzmaterial zuletzt knapp. Die neue Saatguternte soll helfen, die Versorgung zu verbessern.
Strenge Vorgaben für die Saatguternte
Nicht jeder Wald darf für die Gewinnung von Forstsaatgut genutzt werden.
Das Regierungspräsidium Freiburg prüft landesweit, welche Waldbestände dafür zugelassen werden. Die Bäume müssen unter anderem gesund und widerstandsfähig sein. Außerdem müssen die Bestände ein bestimmtes Alter und eine ausreichende Größe erreicht haben, damit eine möglichst große genetische Vielfalt gewährleistet ist.
Der Spitzahornbestand im Mooswald erhielt seine Zulassung bereits vor zwei Jahren. Jetzt fand dort die erste Ernte statt.
Bereits 112 Tonnen Saatgut in Baden-Württemberg
Die Nachfrage nach geeignetem Saatgut für die Wälder ist hoch.
Nach Angaben des Regierungspräsidiums wurden in Baden-Württemberg im Erntejahr 2025 rund 100 Tonnen forstliches Saatgut produziert. Im laufenden Erntejahr 2026 sind bereits 112 Tonnen Rohsaatgut zusammengekommen.
Neben dem Spitzahorn benötigen Baumschulen derzeit besonders Saatgut von Rotbuchen, Douglasien sowie verschiedenen Eichenarten.
Regierungspräsident Carsten Gabbert sieht in der Saatgutgewinnung einen wichtigen Beitrag, um die Wälder besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.
Bild: Patrick Seeger, Stadt Freiburg

