TOP-NEWS

Weiterer SWEG-Streik am Freitag: Busausfälle in Südbaden

Busfahrgäste in Südbaden müssen sich am Freitag, 23. Oktober 2026, auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat erneut zu einem Warnstreik bei der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) aufgerufen. In den betroffenen Busbetrieben könnte der Fahrdienst nach Einschätzung der Gewerkschaft weitgehend ausfallen.

Betroffen sind unter anderem die SWEG-Standorte Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Weil am Rhein und Müllheim. Auch in Dörzbach, Lauda und Gammertingen wird zum Streik aufgerufen.

Welche einzelnen Buslinien tatsächlich ausfallen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Vierter Warnstreik innerhalb weniger Wochen

Es ist bereits der vierte Warnstreik in dem Tarifkonflikt. Bei den vorherigen Arbeitsniederlegungen wurden die Busbetriebe nach Angaben von ver.di zunächst zweimal für jeweils zwei Tage und zuletzt für drei Tage bestreikt.

Die Gewerkschaft wirft der SWEG vor, Gespräche über den Schutz von Beschäftigten bei betriebsbedingten Kündigungen zu verweigern.

Hintergrund sind Neuausschreibungen von Buslinien. Ver.di befürchtet, dass Beschäftigte dadurch ihre bisherigen Arbeitsplätze verlieren und bei neu gegründeten Unternehmen zu schlechteren Bedingungen wieder eingestellt werden könnten.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind rund 500 Beschäftigte betroffen, unter anderem in Weil am Rhein, Lahr und Offenburg.

Streit um Kündigungsschutz und Abfindungen

Ver.di fordert einen Tarifsozialplan für Beschäftigte, die im Zuge der Umstrukturierungen gekündigt werden.

Die Gewerkschaft verlangt eine Abfindung von 8.000 Euro pro Beschäftigungsjahr sowie zusätzlich 30.000 Euro pro betroffener Person für Qualifizierungsmaßnahmen.

Die SWEG vertritt nach Darstellung von ver.di die Auffassung, dass der Schutz bei Kündigungen nicht tariflich geregelt werden könne, sondern Sache von Arbeitgeber und Betriebsrat sei. Die Gewerkschaft widerspricht dieser Position.

Eine aktuelle Stellungnahme der SWEG zum angekündigten Warnstreik liegt in der vorliegenden Mitteilung nicht vor.

Auch Tarifverhandlungen über Gehälter festgefahren

Zusätzlich belastet ein bundesweiter Tarifkonflikt die Situation.

Ver.di fordert für die Beschäftigten im Geltungsbereich des Eisenbahntarifvertrags 6,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auszubildende sollen monatlich 100 Euro mehr erhalten.

Das bisherige Arbeitgeberangebot sieht laut Gewerkschaft bei einer Laufzeit von 26 Monaten eine Einmalzahlung von 270 Euro sowie Gehaltserhöhungen um drei Prozent ab Dezember 2026 und weitere zwei Prozent ab Januar 2028 vor.

Die dritte Verhandlungsrunde am 5. Oktober blieb ohne Einigung. Die nächste Runde ist für den 16. November geplant.

Fahrgäste sollten Verbindungen prüfen

Für Freitag müssen Fahrgäste der betroffenen SWEG-Buslinien mit umfangreichen Ausfällen rechnen.

Ob und in welchem Umfang einzelne Verbindungen angeboten werden können, ist bislang nicht bekannt. Fahrgäste sollten sich deshalb vor Fahrtantritt über ihre Verbindung informieren und nach Möglichkeit Alternativen einplanen.

Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort

BreisgauLIVE einschalten
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner