In Freiburg-Waltershofen steht eines der größten Bauprojekte der Ortschaft vor dem entscheidenden Beschluss: Für rund 18,9 Millionen Euro sollen die Steinriedhalle grundlegend saniert und erweitert, das Feuerwehrhaus neu gebaut und die Ortsverwaltung an den Standort verlegt werden. Der Gemeinderat soll dem Gesamtprojekt am 20. Oktober zustimmen. Der Baustart ist für Ende 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2029.
Die eigentliche Kostenberechnung für die Sanierung liegt bei rund 16,75 Millionen Euro. Mit einer angenommenen Baukostensteigerung von fünf Prozent pro Jahr und einem Risikozuschlag kalkuliert die Stadt bis zur Fertigstellung jedoch mit 18,9 Millionen Euro. Hinzu kommen 228.700 Euro für bewegliche Einrichtungen. Nach der Inbetriebnahme rechnet die Stadt mit gebäudespezifischen Folgekosten von zunächst rund 660.770 Euro jährlich.
Halle wird weitgehend entkernt
Die Steinriedhalle soll umfassend energetisch und brandschutztechnisch saniert, barrierefreier und von Schadstoffen befreit werden. Dafür ist eine weitgehende Entkernung bis auf die Tragkonstruktion vorgesehen. Die Kellerräume bleiben erhalten.
An der Nordseite entsteht ein Erweiterungsbau mit mehreren multifunktionalen Räumen für Vereine. Sie sollen auch für Veranstaltungen, Sitzungen und Feierlichkeiten genutzt werden können. Ein größerer Raum ist unter anderem für Musik- und Theaterproben sowie ruhigere Sportangebote vorgesehen.
Die Planunterlagen zeigen einen gemeinsamen Haupteingang mit zentralem Foyer, Multifunktionsräumen und Servierküche. Die Ortsverwaltung wird im Obergeschoss des Erweiterungsbaus untergebracht.
Ortsverwaltung zieht um
Die bisherige Ortsverwaltung ist nach Angaben der Stadt nicht barrierefrei erreichbar und entspricht auch bei den Arbeitsplätzen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Am neuen Standort soll sie künftig über einen Aufzug barrierefrei zugänglich sein.
Der Umzug könnte zugleich Platz für die Hofackerschule schaffen. Das bisherige Verwaltungsgebäude soll perspektivisch für Ganztagsbetreuung und Essensversorgung genutzt werden. Für diesen Umbau nennt die Stadt bislang eine grobe Kostenschätzung von rund 1,1 Millionen Euro. Eine Förderung von bis zu 770.000 Euro könnte möglich sein. Dieser Umbau ist allerdings nicht Bestandteil der jetzt veranschlagten 18,9 Millionen Euro.
Neues Feuerwehrhaus für drei Einsatzfahrzeuge
Auch das bisherige Feuerwehrhaus soll verschwinden und durch einen Neubau ersetzt werden. Die heutigen Räume stammen im Wesentlichen noch aus dem Jahr 1977. Unter anderem fehlen getrennte Umkleiden und Sanitärbereiche; gesetzliche Mindestanforderungen können laut Stadt nicht vollständig erfüllt werden.
Der Neubau erhält im Erdgeschoss Platz für drei Einsatzfahrzeuge sowie neue Umkleiden, Duschen und Toiletten. Im Obergeschoss sind Mannschaftsraum, Büro, Küche und ein Raum für die Jugendfeuerwehr geplant. Außerdem ist eine Notstromversorgung vorgesehen.
Die Abteilung Waltershofen hat derzeit 25 aktive Feuerwehrleute und 18 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Neben dem Grundschutz übernimmt sie Sonderaufgaben bei Gefahrstoff-Messeinsätzen und der Vegetationsbrandbekämpfung im gesamten Freiburger Stadtgebiet.
Neuer Jugendtreff in der Kita Flohkiste
Zum Gesamtkonzept gehört auch der Umzug des Jugendtreffs aus der Alten Radsporthalle in die bisherige Kita Flohkiste. Bis zu 160 Kinder und Jugendliche werden dort nach Angaben der Stadt wöchentlich erreicht.
Nach dem Umzug der Kita in den Neubau Im Moos soll das frei werdende Gebäude mit vergleichsweise kleinen Umbauten zum Jugendtreff werden. Die Gasheizung wird durch eine Wärmepumpe ersetzt, außerdem ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Diese Arbeiten werden außerhalb des eigentlichen Projektbudgets abgewickelt.
Wärmepumpe, Photovoltaik und mehr Grün
Der gesamte neue Gebäudekomplex soll mindestens den Energiestandard KfW 40 erreichen. Die bisherigen Gasheizungen werden durch eine Grundwasser-Wärmepumpe ersetzt. Auf den Dächern sind Photovoltaikanlagen mit insgesamt rund 117 Kilowatt-Peak vorgesehen.
Nach Berechnungen der Stadt könnten die CO₂-Emissionen der Gebäudeteile dadurch von derzeit rund 95 auf etwa 16 Tonnen pro Jahr sinken. Der Klima-Check bewertet die Auswirkungen des Projekts auf den Klimaschutz insgesamt als erhebliche Verbesserung.
Auch die Außenanlagen verändern sich deutlich. Nach dem Abriss der Alten Radsporthalle soll dort eine große Grün- und Bewegungsfläche entstehen. Insgesamt sollen rund 550 Quadratmeter bislang befestigte Fläche entsiegelt und zu zusätzlichem Grün werden. Vorgesehen sind außerdem Retentionsflächen für Regenwasser, neue Bäume und Hecken. Der Lageplan zeigt neben dem Gebäudekomplex auch die künftigen Freiflächen des Jugendzentrums und einen öffentlichen Spielplatz.
Steinriedhalle fällt während Bauzeit aus
Für Vereine, Schulsport und andere Nutzer bringt das Projekt zunächst Einschränkungen mit sich. Während der Bauarbeiten stehen die Steinriedhalle und ihre Außenflächen nicht wie gewohnt zur Verfügung. Die Stadt will dafür gemeinsam mit den Nutzern Ausweichmöglichkeiten suchen und rechnet dabei möglicherweise auch mit Unterstützung umliegender Ortschaften.
Nach dem vorgesehenen Zeitplan sollen die Arbeiten Ende 2027 beginnen. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant.

