FREIBURG

Freiburg: Garage für Quartier Kleineschholz soll weit über 8 Millionen Euro kosten

Im neuen Quartier Kleineschholz in Freiburg soll für mehr als neun Millionen Euro eine zentrale Hochgarage mit 219 Auto-Stellplätzen entstehen. Die Stadt kalkuliert aktuell mit Errichtungskosten von 8,14 Millionen Euro. Zusätzlich soll der Gemeinderat einen Puffer für mögliche Baukostensteigerungen von 12,5 Prozent genehmigen. Damit könnte der Kostenrahmen auf rund 9,16 Millionen Euro steigen. Über den Baubeschluss entscheidet der Gemeinderat am 20. Oktober.

Die Quartiersgarage ist ein zentraler Bestandteil des Mobilitätskonzepts für Kleineschholz. Statt zahlreiche Stellplätze über das Quartier zu verteilen, soll der Autoverkehr in dem Parkhaus am südlichen Quartierseingang gebündelt werden.

Geplant sind 219 Pkw- und 16 Motorradstellplätze. Acht Plätze sind für Carsharing vorgesehen, fünf werden barrierefrei ausgeführt. Insgesamt sollen 44 Stellplätze Ladepunkte erhalten. Für diese Ladeinfrastruktur liegt der Stadt ein Förderbescheid des Landes über 1,11 Millionen Euro vor. Allerdings ist noch offen, ob der Bewilligungszeitraum über 2026 hinaus verlängert wird. Deshalb hat die Stadt diese Förderung bislang nicht in die Kostenberechnung eingerechnet.

Kletterwand an der Fassade

Die Garage soll deutlich mehr Funktionen übernehmen als das Abstellen von Autos. Vorgesehen sind unter anderem eine Energiezentrale für das gesamte Quartier, fünf Trafostationen, eine mögliche Paketstation, Photovoltaik auf dem Dach und eine begrünte Fassade.

Besonders auffällig wird eine rund 14,60 Meter breite Seilkletterwand an der Südwestecke. Sie reicht über die gesamte Höhe der Garage und soll Teil des Sport- und Bewegungsangebots im Quartier werden. Der Deutsche Alpenverein wurde nach Angaben der Stadt in die Planung einbezogen. Ob er später auch am Betrieb beteiligt sein wird, wird noch geprüft.

Die Planunterlagen zeigen ein mehrgeschossiges Split-Level-Parkhaus mit versetzten Parkebenen und Rampen. Auf dem Dach ist die Photovoltaikanlage vorgesehen. Die Fassadenplanung kombiniert Metallflächen mit Begrünung; an einer Gebäudeseite ist die großflächige Kletterwand dargestellt.

Garage dient auch als Lärmschutz

Das Gebäude liegt an der Güterbahn und soll zugleich die östlich anschließende Wohnbebauung vor Bahnlärm schützen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass der Verkehr innerhalb des Parkhauses zu viel Lärm in das neue Wohnquartier trägt. Der Bebauungsplan schreibt außerdem vor, dass 30 Prozent der Fassadenflächen begrünt werden.

Eigentümerin und Betreiberin der Garage bleibt die Stadt Freiburg. Mit der Betriebsführung soll die Freiburger Kommunalbauten GmbH beauftragt werden. Einnahmen sind unter anderem durch Dauer- und Kurzzeitparken, Carsharing sowie die Vermietung weiterer Räume vorgesehen.

Finanziert werden soll das Projekt zum größten Teil über Entgelte für Baulasten und Stellplatzablösen. Für den verbleibenden Anteil einschließlich Risikopuffer nennt die Stadt einen Finanzierungsbedarf von rund 4,27 Millionen Euro aus der Sonderrechnung Kleineschholz. Nach Darstellung der Verwaltung entstehen dadurch keine direkten finanziellen Auswirkungen auf den allgemeinen städtischen Haushalt.

Baubeginn für September 2027 geplant

Der Bauantrag wurde laut Zeitplan im September 2026 gestellt. Nach einer vorgesehenen Baugenehmigung im Februar 2027 sollen die Bauleistungen im Mai 2027 vergeben werden.

Der eigentliche Baubeginn ist für September 2027 vorgesehen. Ende 2028 soll die Quartiersgarage in Betrieb gehen.

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