Weil am Rhein soll nach dem Willen der Verwaltung keinen Gestaltungsbeirat bekommen. Der Gemeinderat entscheidet am 20. Oktober über den SPD-Antrag.
Zu teuer, nicht nötig? Weil am Rhein will auf Gestaltungsbeirat verzichten
Ein unabhängiges Expertengremium für wichtige Bauprojekte in Weil am Rhein? Die Stadtverwaltung hält das nicht für notwendig. Sie empfiehlt dem Gemeinderat, den Antrag der SPD auf einen sogenannten Gestaltungsbeirat nicht weiterzuverfolgen. Ausschlaggebend sind die laufenden Kosten und die Einschätzung, dass die nötige Fachkompetenz bereits im Rathaus vorhanden ist.
Am Dienstag, 20. Oktober, soll der Gemeinderat darüber entscheiden. Der Bau- und Umweltausschuss hatte das Thema bereits am 13. Oktober auf der Tagesordnung.
Externe Fachleute sollten Bauprojekte begleiten
Die SPD hatte die Einrichtung eines Gestaltungsbeirats im Juli 2025 beantragt. Das Gremium sollte die Stadt bei wichtigen Fragen zur Architektur und Stadtentwicklung beraten.
Nach dem ausgearbeiteten Konzept wären drei externe Fachleute aus Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur vorgesehen gewesen. Vertreter des Gemeinderats und Mitarbeitende der Verwaltung sollten als Beisitzer teilnehmen.
Der Beirat hätte sich unter anderem mit größeren Bauvorhaben, der Innenstadtentwicklung sowie Grün- und Freiflächen beschäftigt.
Geplant waren mindestens drei öffentliche Sitzungen im Jahr. Die Empfehlungen wären nicht verbindlich gewesen. Private Bauherren hätten freiwillig teilnehmen können.
Rund 21.000 Euro jährlich für den Betrieb
Die Verwaltung rechnet für den Gestaltungsbeirat mit jährlichen Ausgaben von rund 21.000 Euro.
Davon entfallen geschätzt 18.000 Euro auf Honorare und Reisekosten der externen Fachleute. Weitere 3.000 Euro sind für Öffentlichkeitsarbeit, Verpflegung und sonstige Sachkosten vorgesehen.
Für die Jahre 2027 und 2028 könnte die Stadt eine Landesförderung von bis zu 10.000 Euro jährlich erhalten. Der Eigenanteil läge dann bei voraussichtlich 11.000 Euro pro Jahr.
Hinzu kämen interne Personalkosten von geschätzt 10.000 Euro jährlich, die nicht gefördert werden können.
Nach Ablauf des Förderzeitraums müsste die Stadt die laufenden Kosten vollständig selbst tragen.
Verwaltung sieht ausreichend Fachwissen im Rathaus
Neben den Kosten führt die Stadtverwaltung einen weiteren Grund gegen den Beirat an: Fachleute für Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur seien bereits innerhalb der Verwaltung vorhanden.
Die entsprechenden Kompetenzen würden auch bei privaten Bauvorhaben eingebracht.
Aus Sicht der Verwaltung rechtfertigt der zusätzliche Beratungsbedarf deshalb nicht die dauerhaften Kosten eines externen Gremiums.
SPD wollte zusätzliche Impulse für die Stadtentwicklung
Die SPD hatte ihren Antrag mit den anstehenden Veränderungen in Weil am Rhein begründet.
Als Beispiele nannte die Fraktion die Entwicklung der Innenstadt und des Sparkassengebäudes, die Sanierung des Alten Rathauses, neue Stadtquartiere sowie Verkehrsprojekte wie die Tram 8+ und die Kandertalbahn.
Ein unabhängiger Gestaltungsbeirat sollte bei solchen Vorhaben zusätzliche Perspektiven einbringen und die Qualität der Stadtentwicklung stärken.
Der Antrag war zunächst auf 2026 verschoben worden. Nun empfiehlt die Verwaltung, das Vorhaben endgültig nicht weiterzuverfolgen.
Ob der Gemeinderat dieser Empfehlung folgt, ist noch offen.
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort (Archivbild)

