Mehr Unterstützung beim Lernen, zusätzliche Fachkräfte und sogar eine neue Bibliothek: An der Goetheschule in Rheinfelden soll das Startchancen-Programm den Schulalltag spürbar verbessern. Rund 450 Grundschulkinder profitieren von den Angeboten. Bei einem Besuch am Freitag informierte sich Regierungspräsident Carsten Gabbert darüber, wie die Förderung bereits eingesetzt wird.
Kinder lernen, Konflikte besser zu lösen
An der Goetheschule geht es nicht nur um bessere Leistungen in Deutsch und Mathematik. Die Kinder sollen auch lernen, mit schwierigen Situationen umzugehen und Konflikte selbstständiger zu lösen.
Dafür arbeitet ein Sozialpädagoge mit mehreren Kindergruppen. Gemeinsam trainieren sie, Gefühle besser wahrzunehmen, Durchhaltevermögen zu entwickeln und Lösungen bei Streit zu finden.
Dieses Angebot stellte die Schule bei dem Besuch von Regierungspräsident Carsten Gabbert vor.
Neue Bibliothek und mehr Personal geplant
Ein größeres Vorhaben ist der geplante Neubau einer Schulbibliothek. Außerdem fließt Geld aus dem Startchancen-Programm in moderne Unterrichtsmaterialien, zusätzliches pädagogisches Personal und gezielte Lernförderung.
Auch ein Zirkusprojekt wurde bereits umgesetzt.
Schulleiter Jörg Nägelin berichtete, wie die verschiedenen Maßnahmen an der Schule ineinandergreifen.
An der Goetheschule unterrichten rund 40 Lehrkräfte etwa 450 Kinder. Ungefähr die Hälfte nutzt das Ganztagsangebot.
550 Millionen Euro für Schulen im Regierungsbezirk
Die Goetheschule gehört zu den ersten Schulen, die vor zwei Jahren aufgrund besonderer sozialer Herausforderungen für das Startchancen-Programm ausgewählt wurden.
Insgesamt nehmen 111 Schulen im Regierungsbezirk Freiburg teil. Innerhalb von zehn Jahren stehen ihnen zusammen rund 550 Millionen Euro von Bund und Land zur Verfügung.
Landesweit sind für das Programm über zehn Jahre 2,6 Milliarden Euro vorgesehen.
Ziel ist es, die Bildungschancen von Kindern zu verbessern, deren Lernerfolg durch schwierige soziale Voraussetzungen beeinträchtigt werden kann.
Stadt Rheinfelden beteiligt sich finanziell
Regierungspräsident Carsten Gabbert sieht in der Goetheschule ein gelungenes Beispiel für die Umsetzung des Programms.
Die jüngsten Pisa-Ergebnisse hätten gezeigt, dass Bildungserfolg und soziale Herkunft in Deutschland weiterhin eng zusammenhängen. Das Programm solle hier gezielt gegensteuern.
Auch Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt unterstützt die Förderung. Die Stadt beteilige sich mit einem erheblichen Eigenanteil an den Investitionen.
Das Regierungspräsidium Freiburg begleitet die beteiligten Schulen, kümmert sich unter anderem um Verträge für zusätzliches pädagogisches Personal und übernimmt große Teile der Abrechnung.
Bild: Regierungspräsidium Freiburg

