KREIS LÖRRACH

Lörrach: Über zwei Millionen Liter Wasser fürs Stadtgrün im Sommer

Mehr als zwei Millionen Liter Wasser hat die Stadt Lörrach innerhalb von vier Monaten für Bäume, Grünflächen und Pflanzbeete eingesetzt. Nach dem heißen und trockenen Sommer rechnet der Eigenbetrieb Stadtgrün außerdem mit deutlich mehr dürrebedingten Baumfällungen als in durchschnittlichen Jahren. Das gesamte Ausmaß der Schäden dürfte sich allerdings erst in den kommenden zwei Jahren zeigen.

Rund 220 Bäume sowie zahlreiche Grünflächen, Verkehrsinseln, Pflanztröge und Staudenbeete wurden zusätzlich bewässert. Zeitweise waren bis zu acht Mitarbeiter regelmäßig damit beschäftigt. Weitere Beschäftigte aus den Pflegeteams halfen bei der Bewässerung und standen dadurch für andere Arbeiten nicht zur Verfügung.

Auch der Pflegeaufwand für neu gepflanzte Bäume steigt. Nach Angaben der Stadt benötigen sie inzwischen mindestens fünf Jahre zusätzliche Bewässerung. Früher waren es in der Regel drei Jahre. An besonders trockenen Standorten können bis zu sieben Jahre nötig sein.

Als langfristigen Vergleich nennt die Stadt auch Niederschlagsdaten: Für die Jahre 1999 bis 2010 werden durchschnittlich rund 969 Liter pro Quadratmeter und Jahr angegeben. Im Vergleichszeitraum von 2011 bis 2026 seien es rund 792 Liter gewesen – etwa 18 Prozent weniger.

Im Grüttpark sind die Folgen der Trockenheit bereits an einzelnen Standorten sichtbar. Auf dem Weg Richtung Wasserwerk sind Bäume vollständig vertrocknet. Eine Buche an einem landwirtschaftlichen Weg zeigt deutliche Anzeichen von Trockenstress. Andere Bäume rund um den See weisen dagegen bislang kaum sichtbare Schäden auf.

Nach Angaben von Stadtgrün zeigen unter anderem Hainbuche, Buche, Linde und Ahorn zunehmend Stressanzeichen. Besonders belastet sind junge Bäume sowie Pflanzen an stark aufgeheizten Standorten in der Innenstadt.

Bei künftigen Pflanzungen will Lörrach deshalb verstärkt auf Baumarten achten, die zum jeweiligen Standort und den veränderten klimatischen Bedingungen passen. Weitere Maßnahmen sind verbesserte Baumscheiben, Bodenschutz und bei neuen Anlagen automatische Bewässerungssysteme. Nach dem Prinzip der Schwammstadt soll zudem Regenwasser stärker vor Ort gespeichert und den Bäumen zugeführt werden. Ein Beispiel dafür ist die neu gestaltete Palmstraße.

Bild: Stadt Lörrach, Hannah Schelly

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