KREIS LÖRRACH

Drei Strafprozesse am Hochrhein: Körperverletzung, Sozialbetrug und Pfefferspray-Angriff im Zug

Drei Strafverfahren beschäftigen in der kommenden Woche die Amtsgerichte in St. Blasien, Schopfheim und Waldshut-Tiengen. Die Vorwürfe reichen von einem mutmaßlich rassistischen Angriff mit Hitlergruß über nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge bis zu einer Attacke mit Pfefferspray auf einen Bahnmitarbeiter.

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat die Verhandlungen für Dienstag, 10. November, und Mittwoch, 11. November 2026, angekündigt.

St. Blasien: 43-Jähriger wegen Hitlergruß und Körperverletzung angeklagt

Am Dienstag um 10:30 Uhr beginnt vor dem Amtsgericht St. Blasien ein Verfahren gegen einen 43-jährigen Mann. Ihm werden unter anderem gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen vorgeworfen.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte im Oktober 2024 gemeinsam mit einer weiteren, gesondert verfolgten Person einen Mann in St. Blasien ausländerfeindlich beleidigt haben.

Dabei soll er den Hitlergruß gezeigt und nationalsozialistische Erkennungsworte geäußert haben.

Als die beiden dem Betroffenen später erneut begegneten, sollen sie ihn gegen eine Wand gedrückt und mindestens einmal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

Außerdem soll der 43-Jährige eine weitere Person beleidigt und einen Feuerwerkskörper in Richtung einer Frau geworfen haben. Diese konnte laut Anklage ausweichen und in eine Einfahrt flüchten, bevor der Feuerwerkskörper explodierte.

Die Verhandlung findet im Sitzungssaal 101 des Amtsgerichts St. Blasien statt.

Schopfheim: Bauunternehmer soll rund 87.000 Euro Schaden verursacht haben

Ebenfalls am Dienstag steht ein 51-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Schopfheim. Der Inhaber eines Bauunternehmens aus dem Landkreis Lörrach muss sich wegen des Vorwurfs des Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen und des Betrugs verantworten.

Zwischen März und Dezember 2021 sowie zwischen Februar und Dezember 2022 soll er seine Beschäftigten nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet haben.

Dadurch seien nach Angaben der Staatsanwaltschaft Beiträge von insgesamt rund 70.000 Euro nicht an die zuständige Krankenkasse abgeführt worden.

Zudem soll der Unternehmer gegenüber der zuständigen Urlaubs- und Lohnausgleichskasse wahrheitswidrig angegeben haben, keine Arbeitnehmer zu beschäftigen.

Der Kasse soll dadurch ein weiterer Schaden von etwa 17.000 Euro entstanden sein.

Die Verhandlung beginnt um 13 Uhr im Sitzungssaal 13 des Amtsgerichts Schopfheim.

Waldshut-Tiengen: Pfefferspray-Angriff auf Bahnmitarbeiter vor Gericht

Am Mittwoch, 11. November, beginnt vor dem Jugendschöffengericht in Waldshut-Tiengen ein Verfahren gegen einen 19-Jährigen. Ihm wird unter anderem besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen.

Der Angeklagte soll im Dezember 2025 ohne gültigen Fahrschein mit einem Zug von Steinen nach Maulburg gefahren sein.

Als ein Bahnmitarbeiter ihn kontrollierte, soll der junge Mann versucht haben zu flüchten. Der Mitarbeiter stellte sich ihm in den Weg.

Daraufhin soll der Angeklagte ein Pfefferspray hervorgeholt, auf den Bahnmitarbeiter gerichtet und gefordert haben, ihn gehen zu lassen. Damit habe er eine Nachzahlung des Fahrpreises vermeiden wollen.

Anschließend soll er einen Sprühstoß in Richtung des Mitarbeiters abgegeben haben. Dieser konnte sich zwar wegdrehen, erlitt aber Reizungen im Gesicht.

Der Angeklagte soll daraufhin geflüchtet sein.

Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr im Sitzungssaal 25 des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen.

Die Hauptverhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach einer ergänzenden Mitteilung der Staatsanwaltschaft war der Angeklagte bei einem Teil der Taten noch minderjährig.

Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung

Bei den geschilderten Taten handelt es sich um Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Für alle Angeklagten gilt bis zum rechtskräftigen Abschluss der jeweiligen Verfahren die Unschuldsvermutung.

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