BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD

Warnstreik in Eschbach: Beschäftigte von Tria, Avnet und Raymond Fluid legen Arbeit nieder

In Eschbach im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald legen Beschäftigte mehrerer Unternehmen am Freitag, 6. November 2026, die Arbeit nieder. Die IG Metall hat zu einem gemeinsamen Warnstreik bei Tria Systems, Avnet Integrated Solutions IC und Raymond Fluid aufgerufen. Hintergrund ist der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld und verbindliche Zusagen zur Beschäftigungssicherung.

Die Kundgebung beginnt um 11 Uhr vor dem Haupteingang von Tria/Avnet in der Münstertäler Straße 1 in Eschbach. Die Warnstreikaktion ist bis 13 Uhr angesetzt.

Beschäftigte von Tria Technologies und Avnet Integrated Solutions unterstützen die Aktion nach Angaben der Gewerkschaft mit einer Solidaritätskundgebung.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG Metall für rund 900.000 Beschäftigte der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie eine Entgelterhöhung um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Nach zwei Verhandlungsrunden liegen die Positionen der Gewerkschaft und des Arbeitgeberverbands Südwestmetall weiterhin auseinander.

Die Arbeitgeber haben nach Darstellung der IG Metall eine kleine Einmalzahlung, eine Erhöhung der Entgelttabellen um 1,3 Prozent ab Mitte 2028 und eine Vertragslaufzeit von 26 Monaten angeboten.

Damit würden die Tabellenentgelte nach Gewerkschaftsangaben zunächst 20 Monate unverändert bleiben. Die IG Metall bezeichnet das Angebot als nicht verhandlungsfähig und unzureichend, um Preissteigerungen auszugleichen.

Beschäftigungssicherung ist ein zentraler Streitpunkt

Neben höheren Löhnen verlangt die Gewerkschaft verbindliche Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

Norbert Göbelsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Freiburg, kritisiert das bisherige Angebot der Arbeitgeber.

„20 Monate ohne Entgelterhöhung und dann 1,3 Prozent, das ist kein Angebot, mit dem man Sicherheit schafft“, erklärt Göbelsmann.

Er fordert Südwestmetall auf, Beschäftigungssicherung zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen.

Die Beschäftigten dürften nicht allein als Kostenfaktor betrachtet werden. Aus Sicht der Gewerkschaft braucht es gemeinsame Lösungen, um die Zukunft der Industriestandorte zu sichern.

Warnstreiks in zahlreichen Betrieben in Südbaden

Die Aktion in Eschbach ist Teil einer größeren Warnstreikwelle.

Nach Angaben der IG Metall Freiburg beteiligen sich in dieser Woche Mitglieder der Geschäftsstellen Freiburg und Lörrach aus 31 Betrieben an mindestens 19 Kundgebungen.

Bundesweit ruft die Gewerkschaft Beschäftigte in mehr als 2.000 Betrieben zu Warnstreiks auf.

Bereits am Donnerstag, 5. November, waren Aktionen bei den Aluminiumwerken Wutöschingen im Landkreis Waldshut und bei der Sick AG in Reute im Landkreis Emmendingen angesetzt.

Für Freitag, 6. November, kündigt die IG Metall neben Eschbach weitere Warnstreiks in Lörrach an:

  • NSI Präzisionsdrehteile: 8:45 bis 10 Uhr
  • Neoperl: 12 bis 14 Uhr
  • Tria/Avnet und Raymond Fluid in Eschbach: 11 bis 13 Uhr

Die Gewerkschaft will mit den Arbeitsniederlegungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, in den Tarifverhandlungen ein aus ihrer Sicht tragfähiges Angebot vorzulegen.

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