Zwei geplante Wasserstoffleitungen sollen die Versorgung von Industrieunternehmen in Südbaden in den kommenden Jahren voranbringen. Eine Verbindung über den Rhein nach Frankreich ist ab 2032 vorgesehen. Am Hochrhein soll bis 2033 eine rund 58 Kilometer lange Leitung zwischen Grenzach-Wyhlen und Waldshut-Tiengen entstehen. Ein erstes Teilstück könnte bereits Ende 2027 in Betrieb gehen.
Die Projekte wurden beim H2 Forum in Konstanz vorgestellt. Rund 300 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung beschäftigten sich dort mit dem Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur im Dreiländereck und den wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür.
Verbindung nach Frankreich ab 2032 vorgesehen
Beim Projekt RHYn Interco planen terranets bw, der französische Netzbetreiber NaTran und Badenova Netze eine Verbindung zwischen der französischen Region Grand Est und Baden-Württemberg. Die Leitung soll den Rhein queren und ab 2032 zur Verfügung stehen.
Nach Angaben der Veranstalter haben bereits größere potenzielle Abnehmer im Raum Freiburg sowie bei Offenburg und Kehl Interesse an einer künftigen Versorgung bekundet. Welche Unternehmen dazu gehören und welche Mengen sie benötigen, wird in der Mitteilung nicht genannt.
58 Kilometer Leitung am Hochrhein geplant
Ein zweites Projekt betrifft den Hochrhein. Badenova Netze plant im Rahmen von H2@Hochrhein eine rund 58 Kilometer lange Wasserstoffleitung von Grenzach-Wyhlen bis Waldshut-Tiengen.
Das erste, etwa zehn Kilometer lange Teilstück soll voraussichtlich Ende 2027 in Betrieb gehen. Die gesamte Verbindung soll nach derzeitiger Planung bis 2033 fertiggestellt werden.
Verbindung mit der Schweiz im Fokus
Langfristig sollen die Leitungsnetze in Deutschland, Frankreich und der Schweiz miteinander verbunden werden. Damit soll eine grenzüberschreitende Wasserstoffversorgung für Unternehmen im Dreiländereck ermöglicht werden.
Ob und zu welchen Preisen Wasserstoff über die geplanten Leitungen später tatsächlich für Unternehmen verfügbar sein wird, ist noch offen. Beim Forum wurde deshalb auch über Investitionsbedingungen, Regulierung und den Aufbau eines wirtschaftlich tragfähigen Marktes diskutiert.
Beim H2 Forum kamen erstmals das bisherige IHK-Wasserstoff-Forum und das 3H2-Forum zusammen. Insgesamt gab es 50 Beiträge auf vier Bühnen. Das nächste Forum soll in Frankreich stattfinden.
Bild: IHK Hochrhein-Bodensee

