FREIBURG

Freiburg: Schulbetreuung soll für viele Eltern teurer werden

Auf Familien in Freiburg könnten ab dem Schuljahr 2027/2028 neue Beiträge und Betreuungszeiten an öffentlichen Grundschulen zu kommen. Besonders Eltern, die ihre Kinder bis 17 Uhr betreuen lassen wollen, müssen nach den Plänen der Stadt mehr bezahlen. Der Gemeinderat soll am 20. Oktober über die Änderungen entscheiden.

Künftig soll die Betreuung bis 16 Uhr zum Standard werden. Wer darüber hinaus eine Betreuung von 16 bis 17 Uhr benötigt, soll dafür ein zusätzliches Modul buchen und monatlich 29 Euro bezahlen.

Die bisher für eine Betreuung bis 17 Uhr verlangten Beiträge sollen dagegen annähernd unverändert künftig nur noch die Betreuung bis 16 Uhr abdecken. Hintergrund ist der seit dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise eingeführte Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für Grundschulkinder.

Bis 16 Uhr künftig 120 Euro im Monat

An Halbtagsschulen soll die Betreuung von 8 bis 14 Uhr künftig regulär 65 Euro im Monat kosten. Bislang sind es 64 Euro.

Für eine Betreuung von 8 bis 16 Uhr sind 120 Euro vorgesehen. Der bisherige Beitrag für eine Betreuung bis 17 Uhr liegt bei 118 Euro. Wer künftig weiterhin eine Betreuung bis 17 Uhr benötigt, müsste das zusätzliche Anschlussmodul für 29 Euro hinzubuchen und käme damit auf insgesamt 149 Euro monatlich.

An Ganztagsschulen sind je nach Zeitmodell Beiträge von 46 beziehungsweise 39 Euro für die ergänzende Betreuung bis 16 Uhr vorgesehen. Die zusätzliche Stunde bis 17 Uhr kostet auch dort 29 Euro.

Die bestehenden Regelungen für Geschwisterermäßigungen und die Übernahme von Elternbeiträgen für einkommensschwächere Familien sollen erhalten bleiben.

Ferienbetreuung wird neu organisiert

Auch bei der Ferienbetreuung soll sich die Struktur ändern. Die bisherigen festen Module über drei oder sieben Wochen sollen entfallen. Stattdessen werden die Beiträge pro Ferienwoche berechnet.

Eine Woche Betreuung von 8 bis 14 Uhr soll regulär 49 Euro kosten. Für eine Betreuung von 8 bis 16 Uhr sind 66 Euro vorgesehen. Die Schulkindbetreuung soll weiterhin bis zu sieben Wochen Ferienbetreuung anbieten.

Wie das gesamte Ferienangebot künftig aufgebaut wird, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Die Verwaltung soll dazu ein eigenes Gesamtkonzept entwickeln und später dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegen.

Beiträge sollen danach jedes Jahr steigen können

Die Neuregelung geht über die einmalige Anpassung 2027 hinaus. Ab September 2028 sollen die Elternbeiträge jährlich entsprechend der jeweiligen gemeinsamen Empfehlung von Städtetag, Gemeindetag und Kirchen für die prozentuale Anpassung der Kita-Elternbeiträge fortgeschrieben werden.

Die Stadt begründet die Anpassung mit deutlich gestiegenen Betriebs- und Personalkosten. Die Beiträge für die Schulkindbetreuung wurden zuletzt zum Schuljahr 2021/2022 erhöht. Bei der pädagogischen Nachmittagsbetreuung liegt der Kostendeckungsgrad laut Verwaltung derzeit bei rund 12,5 Prozent.

Auch Personalschlüssel soll sich ändern

Gleichzeitig soll die Betreuung organisatorisch vereinheitlicht werden. Künftig ist für sämtliche Module einschließlich der Ferienangebote ein Betreuungsschlüssel von 1:14 vorgesehen.

Die Stadt erwartet durch den Rechtsanspruch insgesamt einen zusätzlichen Personalbedarf. Wie stark sich die neue Modulstruktur auf die tatsächliche Nachfrage der Familien auswirkt, lässt sich nach Angaben der Verwaltung derzeit noch nicht sicher prognostizieren.

Die Änderungen sind noch nicht beschlossen. Nach den Beratungen in den Ausschüssen soll der Freiburger Gemeinderat am 20. Oktober entscheiden. Bei Zustimmung treten die neue Modulstruktur und die angepassten Elternbeiträge zum 1. September 2027 in Kraft.

BreisgauLIVE einschalten
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner