FREIBURG

Freiburg: Gebühren für Wohnungslose in städtischen Wohnheimen sollen steigen

Für wohnungslose Menschen in städtischen Wohnheimen sollen die Gebühren in Freiburg ab 2027 deutlich steigen. Die Verwaltung schlägt unter anderem vor, die monatliche Gebühr für ein Einzelzimmer von 600 auf 800 Euro und für einen Platz im Mehrbettzimmer von 420 auf 560 Euro anzuheben. Auch die Notübernachtung OASE und die Wagenburg „Eselswinkel“ sollen teurer werden. Der Gemeinderat soll darüber am 20. Oktober entscheiden.

Hintergrund ist die turnusmäßige Neukalkulation für die Jahre 2027 bis 2029. Die gebührenfähigen Kosten für Wohnheime, Wohnungen und die Notübernachtung liegen nach Berechnung der Stadt bei rund 7,3 Millionen Euro jährlich. Gegenüber dem vorherigen Kalkulationszeitraum ergibt sich für diese drei Unterkunftsarten insgesamt eine Kostensteigerung von 9,98 Prozent. Hinzu kommen weitere, nicht über Gebühren anrechenbare Ausgaben etwa für Bewachung und Sozialdienste.

Einzelzimmer soll 800 Euro kosten

In den Wohnheimen sollen die monatlichen Regelgebühren deutlich angehoben werden. Ein Einzelzimmer soll künftig 800 statt 600 Euro kosten, ein Platz im Mehrbettzimmer 560 statt 420 Euro. Für Minderjährige steigt die Gebühr von 100 auf 133 Euro. Ein zusätzliches Zimmer für Paare oder Familien soll 280 statt 210 Euro kosten.

Für eine ausschließlich selbst genutzte Küche oder Sanitäreinrichtung sind künftig jeweils 150 Euro vorgesehen. Bisher waren es 140 Euro.

Die Stadt verweist darauf, dass rund 90 Prozent der Gebührenschuldnerinnen und Gebührenschuldner in den Wohnheimen Sozialleistungen beziehen. Bei ihnen werde der überwiegende Teil der Gebühren über Leistungen des Bundes nach SGB II beziehungsweise SGB XII finanziert.

Für Selbstzahlende gibt es weiterhin reduzierte Gebühren. Sie sollen künftig 50 Prozent der regulären Wohnheimgebühr bezahlen. Damit wären für ein Einzelzimmer 400 Euro und für einen Platz im Mehrbettzimmer 280 Euro monatlich fällig. Auch für Rentnerinnen und Rentner soll die reduzierte Gebühr künftig dauerhaft festgesetzt werden können.

Wohnungsgebühren bleiben unverändert

Anders sieht es bei Menschen aus, die von der Stadt in Wohnungen untergebracht sind. Hier soll die bestehende Gebührenstaffel erhalten bleiben. Für Wohnungen bis 45 Quadratmeter sind weiterhin 23 Euro je Quadratmeter und Monat vorgesehen. Mit zunehmender Wohnungsgröße sinkt der Quadratmetersatz schrittweise bis auf 18 Euro bei Wohnungen mit mehr als 135 Quadratmetern.

Nach Ansicht der Verwaltung wäre eine weitere Erhöhung in diesem Bereich derzeit nicht angemessen.

OASE wird fünf Euro pro Nacht teurer

Auch die Notübernachtung OASE in der Haslacher Straße soll teurer werden. Statt bisher zehn Euro sollen künftig 15 Euro je Person und Nacht verlangt werden. Für mitgebrachte Hunde steigt die zusätzliche Gebühr von drei auf fünf Euro pro Nacht.

Die Stadt rechnet dadurch bei der OASE mit einem effektiven Kostendeckungsgrad von rund 19 Prozent. Die tatsächlichen Kosten liegen laut Kalkulation bei gut einer Million Euro jährlich.

Wagenburg Eselswinkel: 230 statt 170 Euro

Deutlich steigen soll außerdem die Gebühr für die Wagenburg „Eselswinkel“ in der Hermann-Mitsch-Straße. Die Gesamtgebühr pro Platz soll von derzeit 170 auf 230 Euro im Monat steigen.

Die gebührenfähigen Kosten der Wagenburg werden für den Zeitraum 2027 bis 2029 mit rund 82.806 Euro angegeben. In der vorherigen Kalkulation waren es 71.680 Euro. Als wesentlichen Grund nennt die Stadt gestiegene Kosten für gemeinschaftlichen Strom, Abwasser und Müllentsorgung.

Insgesamt kalkuliert Freiburg bei durchschnittlicher Belegung mit jährlichen Gebühreneinnahmen von rund 4,4 Millionen Euro aus Wohnheimen, Wohnungen, OASE und Wagenburg. Die neuen Gebühren und die dafür notwendigen Satzungsänderungen sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, wenn der Gemeinderat zustimmt.

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