Heitersheim will für die weitere Sanierung rund um das Malteserschloss zusätzliche Fördermittel von Bund und Land beantragen. Insgesamt fehlen nach der aktuellen Planung bis zum Abschluss des Sanierungsgebiets rund 1,514 Millionen Euro an Finanzhilfen. Damit sollen unter anderem weitere Arbeiten am Schloss, die neue Kita, das Maltesermuseum, der Schlosspark und die geplante Bibliothek unterstützt werden.
Der Gemeinderat soll dem Aufstockungsantrag am Dienstag, 13. Oktober, zustimmen. Die Stadt muss den Antrag für das Programmjahr 2027 bis zum 2. November einreichen.
Das Sanierungsgebiet „Bereich Malteserschloss“ läuft seit Anfang 2023 im Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“. Der aktuelle Förderrahmen beträgt rund 3,83 Millionen Euro. Davon übernehmen Bund und Land 60 Prozent beziehungsweise 2,3 Millionen Euro.
Erst für das Programmjahr 2026 hatte Heitersheim eine deutliche Aufstockung erhalten: Der Förderrahmen wurde um zwei Millionen Euro erhöht, die Finanzhilfen um 1,2 Millionen Euro.
Nun reicht auch dieser Betrag nach Berechnung der Stadt nicht aus.
Förderrahmen soll auf 6,36 Millionen Euro steigen
Bis zum Ende des Bewilligungszeitraums im April 2032 kalkuliert die Stadt mit förderfähigen Ausgaben von insgesamt rund 6,357 Millionen Euro. Deshalb soll der Förderrahmen um weitere 2,524 Millionen Euro erhöht werden.
Bei einem Fördersatz von 60 Prozent entspricht das zusätzlichen Finanzhilfen von Bund und Land in Höhe von rund 1,514 Millionen Euro. Insgesamt würden die Finanzhilfen damit von bisher 2,3 auf rund 3,814 Millionen Euro steigen.
Allein für 2027 und 2028 sieht die Stadt einen zusätzlichen Förderbedarf von rund 1,332 Millionen Euro. Mit einer Entscheidung des Landes über den neuen Antrag wird im Frühjahr 2027 gerechnet.
Kita im Malteserschloss soll gefördert werden
Den größten Einzelposten der weiteren Planung bildet die Modernisierung des Malteserschlosses. Mehrere Gebäude wurden bereits saniert beziehungsweise befinden sich in der Abrechnung.
Für die bisherigen Bauabschnitte mit Lebenshaus, Villa Louise, Lampert und dem sogenannten Vaterhaus ist insgesamt eine Förderung von bis zu 1,775 Millionen Euro vorgesehen.
Ein weiterer großer Baustein ist die neue Kita im Malteserschloss. Nach Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg können die als Kita genutzten Räume anteilig zu 85 Prozent gefördert werden.
Die Förderung geht dabei an die Schloss-Heitersheim-GmbH & Co. KG. Diese soll den finanziellen Vorteil nach Angaben der Stadt über einen günstigeren langfristigen Mietpreis an Heitersheim weitergeben. Die notwendige Modernisierungsvereinbarung kann aus haushaltstechnischen Gründen erst 2027 geschlossen werden.
Museum, Wohnungen und Büros geplant
Auch bei den Häusern Lazarus und Stehwagen stehen Veränderungen an. Die beiden Gebäude sind bislang als einzige Teile des Malteserschloss-Ensembles im Eigentum der Stadt geblieben.
Wegen hoher Umbau- und Sanierungskosten und der angespannten Haushaltslage hatte der Gemeinderat im März grundsätzlich einem Verkauf auf Erbbaurechtsbasis an die Schlossgesellschaft zugestimmt.
Das geplante Maltesermuseum soll trotzdem verwirklicht werden. In den übrigen Gebäudeteilen sind Wohnungen und Büros vorgesehen. Für den privatwirtschaftlich nutzbaren Bereich ist eine Förderung von maximal 300.000 Euro vorgesehen, für den öffentlichen Bereich mit dem Museum von bis zu 150.000 Euro.
550.000 Euro für den Schlosspark
Auch der Schlosspark ist Teil des Sanierungsprogramms. Er soll zu einer öffentlichen Park- und Grünanlage aufgewertet werden.
Vorgesehen sind eine denkmalgerechte Sanierung, eine klimaresiliente Entwicklung und eine möglichst barrierearme Nutzung. Die Stadt unterstützt die von der Schlossgesellschaft umgesetzte Maßnahme bis zu einer Kostenobergrenze von 550.000 Euro.
Neue Bibliothek in der Hauptstraße
Außerhalb des eigentlichen Schlosses gehört inzwischen auch die geplante öffentliche Bibliothek beziehungsweise Mediathek in der Hauptstraße 2 zum Sanierungsgebiet.
Die Stadt hat dort im Juni ehemalige Ladenräume erworben und das Sanierungsgebiet anschließend entsprechend erweitert. Der anteilige Grunderwerb einschließlich Nebenkosten ist nach Angaben der Stadt vollständig förderfähig.
Für Kauf und Nebenkosten sind in der Kostenübersicht 571.000 Euro angesetzt. Hinzu kommen Umbaukosten. Diese sind für die Bibliotheksnutzung zu 60 Prozent förderfähig; Mobiliar und Ausstattung zählen nicht dazu.
Auch der Ausbau des Rathaus-Dachgeschosses zu Büroräumen sowie zwei private Modernisierungsprojekte außerhalb des Schlossareals sind Bestandteil der laufenden Sanierungsmaßnahmen.
Bereits rund 870.000 Euro abgerufen
Über drei Auszahlungsanträge hat Heitersheim bislang rund 870.000 Euro aus dem Förderprogramm abgerufen. Noch in diesem Jahr soll ein vierter Antrag über rund 350.000 Euro Finanzhilfe gestellt werden.
Nach der aktualisierten Kosten- und Finanzierungsübersicht reichen die bislang bewilligten Mittel jedoch nicht mehr aus, um alle vorgesehenen förderfähigen Maßnahmen abzudecken. Deshalb soll der Gemeinderat nun den Weg für den nächsten Aufstockungsantrag freimachen.
Bild: Symbolbild, KI-generiert

