Zum 125. Jubiläum der Straßenbahn in Freiburg schickt die Freiburger Verkehrs-AG am Mittwoch, 14. Oktober, zwei historische Fahrzeuge auf Sonderfahrt durch die Stadt. Fahrgäste können kostenlos mitfahren. Unterwegs sind der Triebwagen 56 aus dem Jahr 1927 und die als „Pepsi-Bahn“ bekannte Straßenbahn vom Typ GT8K.
Die Jubiläumsfahrt startet um 17.04 Uhr an der Lorettostraße. Von dort geht es auf einer mehrstündigen Tour unter anderem über Europaplatz, Rieselfeld, Brühl, Vauban, Musikhochschule, Messe und Moosweiher. An Bord sind Musik und kleine Geschenke für die Fahrgäste vorgesehen. Gegen 20.35 Uhr endet die Fahrt wieder an der Lorettostraße.
Im historischen Triebwagen 56 von 1927 findet zunächst eine Stadtführung für angemeldete Gäste statt. Zwischen 17.04 und 18.27 Uhr können spontane Fahrgäste deshalb ausschließlich in der „Pepsi-Bahn“ mitfahren. Danach steht auch der ältere Triebwagen für die kostenlose Mitfahrt zur Verfügung.
125 Jahre Straßenbahn in Freiburg
Die erste elektrische Straßenbahn Freiburgs fuhr am 14. Oktober 1901 vom Rennweg nach Günterstal. Das damalige Streckennetz war rund neun Kilometer lang. Heute umfasst das Freiburger Stadtbahnnetz nach Angaben der VAG fast 40 Kilometer.
Während 1902 bereits mehr als drei Millionen Fahrgäste die Straßenbahn nutzten, sind es heute laut VAG rund 80 Millionen. Auch die Fahrzeuge haben sich deutlich verändert: Aus etwa acht Meter langen Wagen wurden bis zu 42 Meter lange Straßenbahnen mit Platz für bis zu 300 Fahrgäste.
Die Geschichte der Freiburger Straßenbahn umfasst auch die Zeit des Nationalsozialismus. Jüdinnen und Juden wurden ab 1933 zunehmend ausgegrenzt und auch beim Zugang zum öffentlichen Verkehr eingeschränkt. Im Zweiten Weltkrieg führten Personal- und Materialmangel sowie Bombardierungen zu erheblichen Einschränkungen. Beim Luftangriff vom 27. November 1944 wurden zahlreiche Strecken, Oberleitungen und Fahrzeuge zerstört.
Nach dem Krieg hielt Freiburg an seiner Straßenbahn fest und baute das Netz in den folgenden Jahrzehnten weiter aus. Neue Verbindungen erschlossen unter anderem Landwasser, Weingarten, Vauban und Rieselfeld. Auch für den künftigen Stadtteil Dietenbach ist eine Stadtbahnanbindung vorgesehen.
Heute sind nach Angaben der VAG rund 42 Prozent der Freiburger Gleise als Rasengleis angelegt. Moderne Straßenbahnen können zudem Energie zurück in die Oberleitung speisen.
Zum Jubiläum können die Freiburgerinnen und Freiburger am 14. Oktober nun einen Teil dieser Verkehrsgeschichte selbst erleben – kostenlos in zwei historischen Fahrzeugen.
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort (Archivbild)

