SÜDBADEN & BADEN-WÜRTTEMBERG

Luchsnachwuchs im Schwarzwald: Vier junge Luchse nachgewiesen

Im Schwarzwald gibt es weiteren Luchsnachwuchs: Inzwischen sind vier Jungtiere in freier Wildbahn bestätigt. Erstmals wurde auch im Südschwarzwald eine Luchsmutter mit einem Jungtier gesichtet. Im Nordschwarzwald hat eine Fotofalle außerdem ein bislang unbekanntes Jungtier aufgenommen.

Das teilte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) am Mittwoch, 4. November, mit.

Erster Nachwuchs einer eingewanderten Luchskatze

Der Nachweis im Südschwarzwald ist besonders: Zum ersten Mal wurde in Baden-Württemberg die Fortpflanzung einer Luchskatze dokumentiert, die selbstständig eingewandert ist und in freier Wildbahn lebt.

Woher das Tier stammt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Fachleute halten es aufgrund der geografischen Nähe für sehr wahrscheinlich, dass die Luchskatze aus der Schweiz eingewandert ist.

Weibliche Luchse legen bei der Suche nach einem eigenen Revier normalerweise keine großen Entfernungen zurück. Deshalb ist eine solche Einwanderung vergleichsweise selten.

Der Austausch zwischen den Luchsvorkommen in der Schweiz und Baden-Württemberg ist nach Angaben der FVA wichtig, damit sich langfristig eine stabile Population im Dreiländereck entwickeln kann.

Luchskatze Verena mit zwei Jungtieren fotografiert

Auch aus dem Nordschwarzwald gibt es Neuigkeiten.

Die ausgewilderte Luchskatze Verena wurde von einer Fotofalle gemeinsam mit zwei Jungtieren aufgenommen. Bislang war nur eines davon bekannt. Dieses war zuvor durch die genetische Untersuchung eines Haarfunds nachgewiesen worden.

Außerdem lebt die ebenfalls ausgewilderte Luchskatze Elisabeth mit einem Jungtier im Nordschwarzwald. Dieser Nachwuchs wurde bereits im Mai 2026 erstmals nachgewiesen.

Damit sind aktuell insgesamt vier junge Luchse im Schwarzwald bestätigt: drei im Nordschwarzwald und einer im Südschwarzwald.

Fotofallen und Haarproben helfen bei der Suche

Ob in diesem Jahr noch weitere Jungtiere geboren wurden, ist derzeit unbekannt.

Die FVA überwacht die Entwicklung der Luchse in Baden-Württemberg im Auftrag des Landes. Dafür werden unter anderem Fotofallen, genetische Untersuchungen und gemeldete Sichtungen ausgewertet.

„Diese Nachweise zeigen, wie wichtig ein kontinuierliches und wissenschaftlich fundiertes Monitoring ist, um die Entwicklung des Luchsvorkommens in Baden-Württemberg zu dokumentieren und zu bewerten“, erklärt FVA-Wildtierökologe Jens Seeger.

Im Frühjahr 2026 war im Nordschwarzwald erstmals seit rund 180 Jahren wieder Luchsnachwuchs in freier Wildbahn in Baden-Württemberg nachgewiesen worden.

Die neuen Entdeckungen zeigen nun, dass es auch im Südschwarzwald wieder Nachwuchs gibt.

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