(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Universität Freiburg
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Landschaftsbrände könnten in Deutschland zu einem immer größeren Problem werden – und längst sind nicht nur Wälder gefährdet. Experten vom Global Fire Monitoring Center in Freiburg fordern deshalb einen grundlegenden Wechsel beim Umgang mit Feuer: mehr Prävention, eine umfassendere Risikoanalyse und eine nationale Konferenz zur Klimakrise.

Das Global Fire Monitoring Center ist eine gemeinsame Einrichtung vom Max-Planck-Institut für Chemie und der Universität Freiburg. In einem neuen Positionspapier weisen die Fachleute darauf hin, dass Brände zunehmend auch landwirtschaftliche Flächen, Moore, Heiden, Naturschutzgebiete und Randbereiche von Ortschaften betreffen.

„Die bisherige Fokussierung auf Waldbrände ist zu eng“, sagt Leiter Johann Georg Goldammer. Rund die Hälfte von Deutschland werde landwirtschaftlich genutzt, weitere Flächen seien etwa Moore und Heiden. Eine systematische Erfassung von Bränden außerhalb von Wäldern gebe es bislang jedoch nicht.

Satellitendaten zeigen größere Brandflächen

Erste vom Forschungszentrum ausgewertete Satellitendaten zeigen laut Universität Freiburg, dass seit einigen Jahren außerhalb von Wäldern deutlich größere Flächen von Bränden betroffen sind als in den Wäldern selbst.

Allerdings müsse dabei genau unterschieden werden. Nicht jedes Feuer im Offenland verursache automatisch ökologische Schäden. Kontrolliertes Brennen könne beispielsweise bei Heiden sogar dazu beitragen, die Artenvielfalt zu erhalten und eine Wiederbewaldung zu verhindern.

Auch die tatsächlichen Kosten von Landschaftsbränden würden durch bisherige Waldbrandstatistiken nicht vollständig erfasst. Dazu zählen beispielsweise Kosten für die Brandbekämpfung oder Verdienstausfälle von freiwilligen Feuerwehrleuten.

Mehr Vorbeugung statt nur Brandbekämpfung

Die Freiburger Experten empfehlen deshalb ein sogenanntes Integriertes Feuermanagement. Dabei soll der Schwerpunkt stärker darauf liegen, Landschaften widerstandsfähiger gegen unkontrollierte Feuer zu machen und Brände möglichst schon im Vorfeld zu verhindern.

Bislang seien die Zuständigkeiten in Deutschland stark auf verschiedene Stellen verteilt. Das Thema müsse deshalb gemeinsam von unterschiedlichen Verwaltungsebenen, Institutionen und der Zivilgesellschaft angegangen werden.

Bei künftigen Risikoanalysen sollen zudem nicht nur Hitze und Trockenheit berücksichtigt werden. Auch Starkregen und starke Winde könnten Landschaften verändern und damit Auswirkungen auf die Brandgefahr haben.

Nationale Klimakonferenz vorgeschlagen

Das Global Fire Monitoring Center schlägt außerdem eine nationale Konferenz zur Klimakrise vor. Dort sollen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam Wissen und Lösungsansätze bündeln.

Aus Sicht von Goldammer ist die Situation dringlich. Durch die Erderwärmung steige nicht nur das Brandrisiko. Auch hitzebedingte vorzeitige Todesfälle nähmen zu und die zukünftige Trinkwasserversorgung sei bedroht.

Das Positionspapier „Landschaftsbrände in Deutschland 2026“ wurde am 23. Juli veröffentlicht. Die Universität Freiburg stellte die Forderungen jetzt in einer Medienmitteilung vor.

Bild: KI-generiert

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