(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Ratsinformationssystem der Stadt Waldkirch
Kürzungen, höhere Gebühren und ein möglicher Verkauf des Bürgerhauses: Die Stadt Waldkirch steht wegen ihrer angespannten Finanzlage vor mehreren Entscheidungen zum Sparen. In der Sitzung vom Gemeinderat am heutigen Mittwoch, 17. Juni, geht es um ein breites Konsolidierungspaket.
Die Verwaltung schlägt vor, laufende Zuschüsse an Vereine und Organisationen neu zu prüfen. Betroffen sind unter anderem die Jugend- und Drogenberatung emma, die AWO Waldkirch, die Fachstelle Sucht, die Fußballvereine FC Buchholz und FC Waldkirch, der Sozialdienst katholischer Frauen, das Seniorenwerk, die Volkshochschule und die Wabe gGmbH. Insgesamt lagen die laufenden Zuschüsse 2025 bei rund 217.000 Euro. Bereits beschlossen ist eine Kürzung bei Musikvereinen, Chören und der Volkshochschule.
Auch Mitgliedschaften sollen gestrichen werden. Die Verwaltung prüft Kündigungen unter anderem bei der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen, beim Klima-Bündnis, bei Mayors for Peace, beim Trinationalen Atomschutzverband TRAS, bei Cittaslow und beim Weißen Ring.
Ein weiterer Einschnitt betrifft den Fairtrade-Town-Titel. Die Stadt soll auf eine erneute Zertifizierung verzichten. Dadurch würden laut Vorlage rund 2.000 Euro pro Jahr sowie Personalaufwand eingespart.
Für Familien wird es voraussichtlich teurer: Die Kita-Gebühren sollen ab September 2026 um 4,5 Prozent und ab September 2027 um weitere 4 Prozent steigen. Bei Kindern unter drei Jahren kommen zusätzliche Aufschläge hinzu. Auch das Mittagessen soll auf 98 Euro im Monat steigen.
Mehr zahlen müssen künftig wohl auch Grundstückseigentümer. Die Grundsteuer A soll ab 2027 auf 480 Prozent, die Grundsteuer B auf 260 Prozent angehoben werden.
Brisant ist zudem ein Antrag der Freien Wähler: Sie wollen prüfen lassen, ob das sanierungsbedürftige Bürgerhaus in der Schlettstadtallee an einen Investor verkauft werden kann. Dort könnten sozial geförderte Wohnungen, Azubiwohnungen, Vereinsräume und eine digitale Mediathek entstehen.
In der Sitzung soll ebenso eine Resolution im Rahmen vom Trinationalen Atomschutzverband (TRAS) verabschiedet werden, dass der Überzeitbetrieb der Schweizer Atomanlagen verbindlich in naher Zukunft beendet wird.





