(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: BreisgauLIVE-Recherche, Verkehrsministerium Baden-Württemberg
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Nach der Recherche von BreisgauLIVE zu überfüllten Regionalzügen im Raum Freiburg hat sich jetzt das baden-württembergische Verkehrsministerium uns gegenüber erstmals ausführlich zu den Problemen geäußert. In einer Stellungnahme bestätigt das Ministerium mehrere Beobachtungen der Redaktion auf der Rheintalbahn und nennt verschiedene Ursachen für die derzeitigen Kapazitätsengpässe.

Demnach sei dem Ministerium die Situation bekannt. Allerdings würden Probleme im laufenden Bahnbetrieb zunächst bei den jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen auftreten und dem Land als Aufgabenträger häufig erst im Nachhinein gemeldet.

Mehrere Ursachen treffen gleichzeitig aufeinander

Nach Angaben vom Verkehrsministerium überlagern sich derzeit mehrere Faktoren. Wegen Bauarbeiten auf der Güterzugumfahrung Freiburg müssen Güterzüge vorübergehend über die Hauptstrecke durch den Freiburger Hauptbahnhof fahren. Da die Strecke zwischen Denzlingen und Freiburg bereits nahezu ausgelastet sei, müssten einzelne Fahrten der Breisgau-S-Bahn S2 zwischen Freiburg und Denzlingen entfallen, damit zusätzliche Güterzüge verkehren können.

Für Fahrgäste verweist das Ministerium auf die Regionalbahn RB26 und den Regionalexpress RE7 als Ausweichmöglichkeiten für die Elztalbahn S2. Genau dort kam es zuletzt jedoch zu besonders starken Überfüllungen.

Ministerium bestätigt geringere Zugkapazitäten

Das Ministerium räumt ein, dass sowohl der RE7 als auch die RB26 zuletzt nicht mit der vom Land Baden-Württemberg bestellten Kapazität unterwegs waren. Genau diese geringeren Kapazitäten hätten zu den von BreisgauLIVE dokumentierten Überfüllungen und zahlreichen Beschwerden von Fahrgästen geführt.

Als Gründe nennt das Ministerium Angaben von DB Regio Baden-Württemberg. Demnach führte die Hitzewelle zu einem erhöhten Wartungsaufwand und zu Fahrzeugausfällen. Hinzu kamen noch die Folgen einer Entgleisung eines SWEG-Zuges am 15. Juli im Freiburger Abstellbahnhof. Dabei wurden zwei Weichen beschädigt, wodurch acht Zuggarnituren über fünf Tage nicht eingesetzt werden konnten. Die Auswirkungen waren laut Ministerium sowohl auf der Rheintalbahn als auch auf der Schwarzwaldbahn spürbar.

Lage soll sich inzwischen entspannen

Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) hat sich nach Angaben vom Ministerium am 6. August selbst ein Bild der Situation am Freiburger Hauptbahnhof gemacht. Dabei sei der Eindruck entstanden, dass Fahrten mit verringerter Kapazität inzwischen seltener geworden seien. Als Gründe werden die verbesserte Fahrzeugverfügbarkeit sowie die inzwischen reparierten Weichen genannt.

Zusätzliche Ersatzbusse hält das Land derzeit deshalb nicht für erforderlich.

Kritik an Durchsagen wird geprüft

Auch die von BreisgauLIVE und zahlreichen Fahrgästen bemängelten kaum verständlichen Lautsprecherdurchsagen in Regionalzügen greifen die Verantwortlichen auf. Die NVBW wolle dieses Thema gemeinsam mit DB Regio vertieft besprechen. Die Ursachen seien bislang noch nicht bekannt.

Fahrräder bleiben Konfliktthema

Das Ministerium weist außerdem darauf hin, dass die Mitnahme von Fahrrädern in den Sommerferien regelmäßig zu Platzproblemen führt. Vorrang hätten grundsätzlich Fahrgäste mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gepäck. Für Fahrräder gebe es keine Mitnahmegarantie, das würde in den Beförderungsbedingungen so erklärt. Das Zugpersonal müsse diese Regelung im Einzelfall durchsetzen, was häufig zu Diskussionen am Bahnsteig und in den Zügen führe.

Ministerium will Situation weiter beobachten

Nach Angaben vom Verkehrsministerium werde die Entwicklung im Raum Freiburg gemeinsam mit den beteiligten Eisenbahnunternehmen weiter beobachtet. Ziel sei es, den Nahverkehr im Breisgau möglichst zuverlässig und leistungsfähig zu halten.

Bauarbeiten auf der Rheintalbahn

Am kommenden Wochenende vom 14. August gibt es nochmal Bauarbeiten auf der Rheintalbahn zwischen Herbolzheim und Offenburg. Deshalb fallen Züge des Nahverkehrs auf diesem Abschnitt aus. Fernzüge enden von Süden kommend in Freiburg und fahren zurück in Richtung Schweiz. Der Fernverkehr aus dem Norden endet in Karlsruhe oder Offenburg. Es fahren Ersatzbusse für den Fernverkehr zwischen Freiburg und Offenburg, sowie für den Nahverkehr zwischen Herbolzheim und Offenburg. Mehr dazu auf unserer Webseite.

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