Christina Keckes ist neue Bezirksvorsitzende von ver.di Südbaden Schwarzwald. Die Gewerkschaft beschloss zudem Positionen zu Arbeitszeit und AfD-Verbot.
Wechsel an der Spitze: Christina Keckes führt ver.di in Südbaden
Neue Vorsitzende, klare Beschlüsse und angekündigte Sozialproteste: Die Gewerkschaft ver.di Südbaden Schwarzwald hat ihre Führung neu aufgestellt. Bei der Bezirkskonferenz in Titisee-Neustadt wurde am Samstag, 17. Oktober, die 42-jährige Christina Keckes zur neuen Bezirksvorsitzenden gewählt. Sie übernimmt die Leitung eines Bezirks mit mehr als 33.000 Mitgliedern.
Keckes arbeitet bei der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen. Sie folgt auf Franka Weis, die bisher an der Spitze des Bezirks stand und künftig als stellvertretende Vorsitzende weitermacht.
Ebenfalls stellvertretende Vorsitzende bleibt Petra Mergenthaler, Personalratsvorsitzende der Uniklinik Freiburg.
Delegierte unterstützen AfD-Verbotsverfahren
Bei der Konferenz mit rund 80 Delegierten ging es nicht nur um Personalentscheidungen. Die Gewerkschaft legte auch politische Schwerpunkte für die kommenden vier Jahre fest.
Mit großer Mehrheit sprachen sich die Delegierten dafür aus, ein Verbotsverfahren gegen die AfD politisch zu unterstützen. Dabei handelt es sich um eine Positionierung der Gewerkschaft, nicht um die Einleitung eines solchen Verfahrens.
Außerdem votierten die Delegierten für den Erhalt der gesetzlichen täglichen Höchstarbeitszeit. Damit positioniert sich der Bezirk gegen eine Lockerung dieser arbeitsrechtlichen Vorgabe.
Weitere Sozialproteste angekündigt
ver.di will auch in den kommenden Monaten gemeinsam mit anderen Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes gegen aus ihrer Sicht unsoziale Reformen demonstrieren.
Bezirksgeschäftsführer Michael Herbstritt kündigte an, die Proteste fortzusetzen. Die Gewerkschaft möchte dabei verstärkt mit Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und weiteren gesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten.
Konkrete Termine für weitere Demonstrationen wurden in der Pressemitteilung nicht genannt.
Mehr als 33.000 Mitglieder in der Region
Nach Angaben der Gewerkschaft ist der Bezirk Südbaden Schwarzwald finanziell solide aufgestellt. Die Mitgliederzahl sei in den vergangenen vier Jahren weitgehend stabil geblieben.
Der Bezirk vertritt gut 33.000 Mitglieder und erstreckt sich von Freiburg und dem Breisgau über die Ortenau und den Hochschwarzwald bis in die Landkreise Emmendingen, Lörrach, Waldshut, Konstanz, Rottweil, Tuttlingen und den Schwarzwald-Baar-Kreis.
Die Bezirkskonferenz findet im Rahmen der ver.di-Organisationswahlen alle vier Jahre statt. Mit den Wahlen und Beschlüssen wurden die Grundlagen für die nächste Amtsperiode gelegt.

