FREIBURG

Freiburg: Neuer Therapieansatz gegen aggressiven Blutkrebs

Forschende der Universität Freiburg haben einen neuen Ansatz zur Behandlung einer aggressiven Form von Blutkrebs entwickelt. Speziell veränderte Immunzellen konnten in Labor- und Tierversuchen Leukämiezellen bekämpfen und dabei wichtige gesunde Abwehrzellen weitgehend schonen. Für eine Anwendung bei Menschen sind allerdings noch weitere Untersuchungen nötig.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte T-Zell-akute lymphoblastische Leukämie, kurz T-ALL. Diese Blutkrebsform betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche. Besonders schwierig wird die Behandlung, wenn die Erkrankung nach einer zunächst erfolgreichen Therapie zurückkehrt.

Warum diese Leukämie schwer zu behandeln ist

Bei der T-ALL entwickeln sich bestimmte Zellen des Immunsystems zu Krebszellen und vermehren sich unkontrolliert.

Ein möglicher Behandlungsansatz sind sogenannte CAR-T-Zellen. Dabei werden körpereigene Immunzellen gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und angreifen können.

Das Problem: Bei dieser Leukämie ähneln die Krebszellen gesunden Abwehrzellen besonders stark. Bisher untersuchte Immuntherapien können deshalb auch gesunde T-Zellen zerstören und das Immunsystem erheblich schwächen.

Neues Angriffsziel soll gesunde Zellen schonen

Das Freiburger Forschungsteam hat das Oberflächenmolekül CD28 als neues Angriffsziel untersucht.

Die Wissenschaftler entwickelten CAR-T-Zellen, die dieses Merkmal erkennen und Leukämiezellen angreifen können.

In Zellkulturen und Tiermodellen waren diese veränderten Immunzellen ähnlich wirksam gegen die Krebszellen wie bisherige Ansätze. Gleichzeitig blieben mehr gesunde Abwehrzellen erhalten.

„Mit unserem neuen Ansatz konnten wir die Krebszellen gezielt angreifen und gleichzeitig mehr gesunde Abwehrzellen erhalten“, erklärt Erstautor Dr. Semjon Willier vom Universitätsklinikum Freiburg.

Noch keine Behandlung für Patienten

Die Ergebnisse sind ein Schritt in der Forschung, aber noch keine zugelassene Therapie.

Bevor der neue Ansatz bei Menschen eingesetzt werden kann, müssen klinische Studien zeigen, ob die Behandlung sicher und wirksam ist. Auch mögliche langfristige Auswirkungen auf das Immunsystem müssen untersucht werden.

Die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Tobias Feuchtinger wurde am 8. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

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