KREIS LÖRRACH

Lörrach: Stadtwald soll 2027 rund 217.000 Euro Verlust machen

Die Bewirtschaftung vom Stadtwald in Lörrach wird für die Stadt zunehmend teurer. Der Forstbetriebsplan für 2027 sieht einen Fehlbetrag von 216.600 Euro vor. Gleichzeitig soll weniger Holz eingeschlagen werden als im laufenden Jahr. Im Mittelpunkt stehen die Pflege des Waldes, seine Anpassung an den Klimawandel und die Sicherheit entlang von Straßen und Wohngebieten.

Für 2027 rechnet die Stadt mit Einnahmen von 700.700 Euro und Ausgaben von 917.300 Euro. Das geplante Defizit liegt damit über dem für 2026 erwarteten Fehlbetrag von 198.170 Euro.

Weniger Holzeinschlag im kommenden Jahr

Im Jahr 2027 sollen auf insgesamt 147 Hektar Waldfläche rund 6.540 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Das sind 560 Festmeter weniger als im Vorjahr.

Die geplante Holzmenge liegt auch deutlich unter dem angepassten nachhaltigen jährlichen Hiebssatz von 8.160 Festmetern.

Nach Angaben der Stadt dient die Holznutzung vor allem der Pflege und Stabilisierung der Waldbestände. Die Arbeiten sollen überwiegend außerhalb der stadtnahen Waldgebiete stattfinden.

Zusätzlich ist auf 18,5 Hektar die Pflege junger Bäume vorgesehen.

Klimaschäden erhöhen die Kosten

Ein wesentlicher Grund für die steigenden Ausgaben sind die Folgen des Klimawandels.

Geschwächte und geschädigte Bäume müssen zunehmend kontrolliert und gesichert werden, besonders entlang öffentlicher Straßen und in der Nähe von Wohnhäusern. Hinzu kommen höhere Personal- und Materialkosten.

Die Stadt warnt außerdem vor Gefahren bei Waldbesuchen. Nach dem außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer könnten geschwächte Bäume insbesondere bei Herbststürmen Äste verlieren oder umstürzen.

Waldbesucher sollten deshalb auf herabfallende Äste und andere typische Gefahren im Wald achten.

Mehr als 323.000 Euro für die Holzernte

Der größte Einzelposten der Arbeitsplanung ist die Holzernte mit 323.600 Euro. Weitere Ausgaben entstehen durch die Pflege der Waldbestände und die Unterhaltung der Waldwege.

Für Investitionen sind 8.000 Euro eingeplant.

Eine jährliche Förderung von rund 94.200 Euro aus dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ unterstützt die Bewirtschaftung. Sie reicht jedoch nicht aus, um das geplante Defizit auszugleichen.

Neue Waldplanung bis 2037 in Vorbereitung

Parallel zum Betriebsplan für 2027 arbeitet die Stadt gemeinsam mit der Forstverwaltung an der langfristigen Planung für die Jahre 2028 bis 2037.

Diese sogenannte Forsteinrichtung soll festlegen, wie der Lörracher Stadtwald künftig bewirtschaftet und an veränderte klimatische Bedingungen angepasst wird. Darüber wird der Gemeinderat entscheiden.

Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić betont, dass der Wald nicht nur Holz liefere, sondern auch für Klimaschutz, Artenvielfalt und Naherholung wichtig sei. Seine Pflege sei deshalb eine Investition in die Zukunft der Stadt.

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