Freiburg gehört laut einer neuen ADAC-Studie zu den deutschen Mittelgroßstädten mit der höchsten Zufriedenheit bei der Mobilität. Im bundesweiten Vergleich von 29 Städten belegt Freiburg gemeinsam mit Erfurt den zweiten Platz hinter Münster. Besonders zufrieden sind Radfahrer, Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel und Fußgänger. Bei den Autofahrern überwiegt dagegen die Unzufriedenheit.
Für den ADAC-Mobilitätsmonitor 2026 wurden im Juni mehr als 11.600 Menschen befragt, darunter rund 400 in jeder untersuchten Stadt. Teilgenommen haben Einwohner, Pendler und Besucher. Untersucht wurde ihre persönliche Zufriedenheit mit vier Fortbewegungsarten.
Freiburg bei Radfahrern auf Platz eins
Die besten Bewertungen erhält Freiburg von den Radfahrern. Mit einem Zufriedenheitsindex von +46 erreicht die Stadt in dieser Kategorie bundesweit den ersten Platz. Bei der vorherigen Untersuchung 2021 lag der Wert noch bei +33.
Besonders positiv bewerten die Befragten das Radwegenetz, die direkten Verbindungen und die Verlässlichkeit, mit der sie ihre Ziele erreichen.
Kritik gibt es dagegen am Verhalten anderer Radfahrer und von E-Scooter-Fahrern sowie an den Möglichkeiten, Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen.
Auch Bus und Bahn schneiden gut ab
Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht Freiburg mit einem Indexwert von +43 den dritten Platz. Im Jahr 2021 waren es +40 Punkte.
Die Befragten loben vor allem die gute Erreichbarkeit von Haltestellen und die kurzen Wege beim Umsteigen.
Auch Fußgänger bewerten ihre Mobilität überwiegend positiv. Freiburg landet in dieser Kategorie mit +38 Punkten auf Platz fünf. Allerdings ist die Zufriedenheit gegenüber 2021 deutlich gesunken. Damals lag der Wert noch bei +49.
Positiv fallen die direkten Fußwege und gesicherten Straßenquerungen auf. Kritik gibt es am Verhalten von E-Scooter- und Radfahrern sowie an fehlenden Sitzgelegenheiten entlang der Gehwege.
Autofahrer kritisieren Parkgebühren und Baustellen
Ein anderes Bild zeigt sich beim Autoverkehr. Freiburg erreicht hier mit einem Indexwert von -9 lediglich Platz 15 unter den 29 untersuchten Städten. Im Jahr 2021 lag der Wert noch bei -1.
Besonders unzufrieden sind die befragten Autofahrer mit den Parkgebühren und dem Baustellenmanagement. Auch das Verhalten von Radfahrern und E-Scooter-Fahrern, die Verkehrsregeln missachten, wird kritisiert.
Während der Befragung im Juni 2026 beeinträchtigten mehrere größere Baustellen den Verkehr in Freiburg. Dazu gehörten Arbeiten am Fernwärmenetz und an wichtigen Straßen.
Positive Bewertungen erhält die Stadt von Autofahrern für die Straßenwegweisung und die Beschilderung von Parkmöglichkeiten.
ADAC fordert bessere Abstimmung der Verkehrsmittel
Heinrich Lauck, Vorsitzender des ADAC Südbaden, bewertet Freiburgs Verkehrsplanung insgesamt positiv. Er kritisiert jedoch, dass Maßnahmen angesichts des begrenzten Straßenraums zunehmend zulasten der Autofahrer gingen.
Der ADAC schlägt deshalb unter anderem vor, Park-and-Ride-Angebote am Stadtrand auszubauen. Außerdem regt der Verkehrsclub an, Einnahmen aus Parkgebühren gezielt in Parkhäuser und Tiefgaragen zu investieren.
Die Gesamtzufriedenheit mit der Mobilität in Freiburg hat sich laut ADAC gegenüber der Untersuchung von 2021 kaum verändert. Deutliche Unterschiede zeigen sich allerdings zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln.
Bild: ADAC Südbaden e.V.

