Rund 150 Beschäftigte des Unternehmens TDK-Micronas in Freiburg haben am Montag, 2. November 2026, ihre Arbeit niedergelegt. Mit dem Warnstreik erhöht die IG Metall den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne und verbindliche Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
Nach zwei Verhandlungsrunden liegen die Positionen von Gewerkschaft und Arbeitgebern weiterhin auseinander.
IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld
Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Forderung gilt für rund 900.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg.
Das bisherige Arbeitgeberangebot sieht nach Angaben der Gewerkschaft eine Einmalzahlung und eine Erhöhung der Tarifentgelte um 1,3 Prozent erst Mitte 2028 vor. Die Laufzeit soll 26 Monate betragen.
Damit würden die Entgelttabellen laut IG Metall zunächst 20 Monate unverändert bleiben.
„20 Monate ohne Entgelterhöhung und dann 1,3 Prozent, das ist kein Angebot, mit dem man Sicherheit schafft“, kritisiert Norbert Göbelsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Freiburg.
Gewerkschaft verlangt Beschäftigungssicherung
Neben höheren Gehältern fordert die IG Metall verbindliche Vereinbarungen zur Zukunft der Industriestandorte. Dazu gehören aus ihrer Sicht Zusagen zu Investitionen und neuen Produkten.
André Martens, Betriebsratsvorsitzender bei TDK-Micronas und Mitglied der Tarifkommission, verweist auf die wirtschaftliche Lage des Freiburger Unternehmens. Nach seiner Darstellung habe TDK-Micronas zuletzt besonders hohe Umsätze und Gewinne erzielt. Deshalb müsse auch die Belegschaft von der Entwicklung profitieren.
Weitere Warnstreiks in Südbaden angekündigt
Die IG Metall plant in den kommenden Tagen weitere Arbeitsniederlegungen in der Region.
Die Tarifverhandlungen betreffen die gesamte baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie. Eine Einigung ist bislang nicht erzielt worden.
Bild: IG Metall Freiburg

