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Herbolzheim: Verwaltung will an Abriss vom Schindlerhaus festhalten

In Herbolzheim steht die Zukunft vom historischen Schindlerhaus erneut auf der Tagesordnung. Nach dem Bürgerentscheid vom 25. Oktober muss der Gemeinderat am Donnerstag, 5. November 2026, nochmals über das geplante Bauprojekt in der Friedrichstraße entscheiden. Die Stadtverwaltung empfiehlt, am bisherigen Beschluss festzuhalten. Damit wäre weiterhin der Abriss des Gebäudes in der Friedrichstraße 32 vorgesehen.

Beim Bürgerentscheid hatten 1.575 Menschen gegen die Aufhebung des ursprünglichen Gemeinderatsbeschlusses gestimmt. 1.272 stimmten dafür, den Beschluss aufzuheben und damit den Verkauf und Abriss des Schindlerhauses zu verhindern.

Die Wahlbeteiligung lag bei 33,99 Prozent. Weil das gesetzlich erforderliche Zustimmungsquorum nicht erreicht wurde, ist das Ergebnis rechtlich nicht bindend. Deshalb muss der Gemeinderat erneut entscheiden.

Neubau mit Wohnungen, Arztpraxis und DRK-Räumen

Der Gemeinderat hatte am 23. April 2026 ein Bauprojekt für die Grundstücke Friedrichstraße 32 bis 34a beschlossen. Geplant sind unter anderem Wohnungen, Räume für den DRK-Ortsverein, eine Arztpraxis und ein gemeinschaftlich nutzbarer Multifunktionsraum.

Für die Umsetzung soll das historische Schindlerhaus abgerissen werden. Dagegen hatte sich die Bürgerinitiative „Stadtbild erhalten“ mit einem Bürgerbegehren gewandt.

Stadt hält Sanierung für unwirtschaftlich

Die Verwaltung erkennt die Bedeutung des Gebäudes für das Stadtbild an. Nach ihren Angaben wurde mehr als zwei Jahre lang versucht, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zum Erhalt des Hauses zu finden.

Gespräche mit möglichen Bauherren und zwei regionalen Banken hätten jedoch ergeben, dass sich das Vorhaben nicht wirtschaftlich umsetzen lasse.

Eine frühere Kostenschätzung für die Sanierung lag bei rund 600.000 Euro. Sie stammt allerdings aus dem Jahr 2022. Nach Einschätzung der Verwaltung müssten inzwischen gestiegene Baukosten und weitere Anforderungen berücksichtigt werden.

Auch die erhofften Mieteinnahmen würden die hohen Investitions- und Unterhaltungskosten nicht automatisch ausgleichen.

Unterschiedliche Vorstellungen zur Zukunft des Hauses

Die Befürworter des Gebäudeerhalts verweisen unter anderem auf den historischen Wert des Schindlerhauses, die mögliche Weiternutzung der bestehenden Bausubstanz und die Chancen einer Sanierung.

Die Stadtverwaltung hält dagegen, dass sich die geplanten Räume für den DRK-Ortsverein und die Arztpraxis bei einem Erhalt des Gebäudes nicht im benötigten Umfang verwirklichen ließen. Auch bei Barrierefreiheit und Stellplätzen sieht sie Schwierigkeiten.

Aus Sicht der Verwaltung überwiegen deshalb weiterhin die Vorteile der Neubauplanung.

Weitere Gespräche mit Bürgerinitiative geplant

Unabhängig von der Entscheidung schlägt die Stadtverwaltung Gespräche mit der Bürgerinitiative „Stadtbild erhalten“ vor. Dabei soll es um den Umgang mit historischen Gebäuden und eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an wichtigen Entscheidungen gehen.

Außerdem soll die Verkehrssicherheit an der Ecke Maria-Sand-Straße und Friedrichstraße gemeinsam mit Polizei und Straßenverkehrsbehörde geprüft werden. In der Nähe befinden sich eine Kindertagesstätte und die Grundschule.

Ob der Gemeinderat den Abriss und das Neubauprojekt erneut bestätigt, entscheidet sich in der Sitzung am 5. November.

Bild: Symbolbild, KI-generiert

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