(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Handwerkskammer Freiburg
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Der Fachkräftemangel im Handwerk sorgt vielerorts für Probleme. Im Hochschwarzwald setzt ein Bauunternehmen deshalb jetzt auf Unterstützung aus Usbekistan. Drei Fachkräfte arbeiten seit Mai bei der DEMATTIO Bau GmbH & Co. KG in Eisenbach.
Die Mitarbeiter sind Teil vom bundesweiten Pilotprojekt „Future International Talents (FIT) for German Climate Businesses“. Das Programm soll neue Wege finden, um qualifizierte Fachkräfte für klimarelevante Handwerksberufe nach Deutschland zu holen. Hintergrund sind die Energiewende und der wachsende Bedarf an gut ausgebildeten Beschäftigten.
Laut der Handwerkskammer Freiburg fehlen in Baden-Württemberg derzeit rund 18.000 Fachkräfte im Handwerk. Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren rund 20.000 Betriebe zur Übergabe an. Internationale Fachkräfte sollen helfen, diese Lücke zu schließen.
Die Handwerkskammer Freiburg gehört zu neun Pilotregionen in Deutschland. Gemeinsam mit dem Zentralverband vom Deutschen Handwerk, der Bundesagentur für Arbeit und der sequa gGmbH werden die Möglichkeiten vom neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz getestet.
Die Teilnehmer aus Usbekistan und Kolumbien bringen eine mindestens zweijährige Berufsausbildung sowie mehrere Jahre Berufserfahrung mit. Bereits vor ihrer Einreise werden sie sprachlich und auf das Leben in Deutschland vorbereitet.
Das FIT-Projekt begleitet sowohl die Betriebe als auch die Fachkräfte vom Auswahlverfahren bis zur Integration im Unternehmen. Ziel ist es, den Einstieg für beide Seiten zu erleichtern und langfristige Strukturen für die Fachkräftegewinnung aufzubauen.
Für die Beteiligten ist der Schritt dennoch eine große Herausforderung. Die Fachkräfte verlassen ihre Familien und müssen sich an eine neue Sprache, Kultur und andere Arbeitsabläufe gewöhnen. Gleichzeitig stellen die Unternehmen Mitarbeiter ein, deren Ausbildung sich teilweise von der deutschen dualen Berufsausbildung unterscheidet. Auch Probearbeiten sind im Vorfeld nicht möglich.
Die Firma DEMATTIO aus Eisenbach beschäftigt aktuell 29 Mitarbeiter. Geschäftsführer Volker Demattio sieht in der Teilnahme am Projekt eine wichtige Chance. Die drei neuen Stahlbetonbauer helfen dabei, die hohe Nachfrage im Baugewerbe besser zu bewältigen und Bauprojekte für die Energiewende umzusetzen.
Einer der neuen Mitarbeiter ist Abdumutal Namazov. Er berichtet, dass sich Ausbildung und technische Standards deutlich von denen in Deutschland unterscheiden. Trotz intensiver Vorbereitung gebe es deshalb noch viel zu lernen. Der Kontakt zu den Familien in der rund 6.000 Kilometer entfernten Heimat erfolgt täglich per Videotelefonie.
Das Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Die Handwerkskammer Freiburg begleitet die teilnehmenden Betriebe während des gesamten Rekrutierungs- und Integrationsprozesses.
Bild: Handwerkskammer Freiburg






