(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Freiburg, Drucksache G-26/010
Mehr Chancengerechtigkeit im Freiburger Westen steht im Fokus einer wichtigen Schulentscheidung. Am Dienstag, 28. April 2026, berät der Gemeinderat über die Umwandlung der Pestalozzi-Realschule zur Gemeinschaftsschule.
Konkret soll die Schule im Stadtteil Freiburg-Haslach ab dem Schuljahr 2027/2028 als Gemeinschaftsschule weitergeführt werden. Gleichzeitig ist eine Umbenennung in „Pestalozzi-Gemeinschaftsschule“ vorgesehen. Laut Beschlussvorlage hat die Schulkonferenz diesen Schritt bereits im Juli 2025 einstimmig beschlossen.
Hintergrund ist vor allem die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft. Nach Angaben der Schule stoßen klassische Unterrichtsformen der Realschule immer häufiger an ihre Grenzen. Lernschwierigkeiten und Disziplinprobleme nähmen zu und würden den Unterricht stark belasten. Die Gemeinschaftsschule gilt als flexibleres Modell, um individuell auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen eingehen zu können.
Die Pestalozzi-Realschule hat aktuell rund 392 Schülerinnen und Schüler, darunter auch mehrere Inklusionsklassen und eine Vorbereitungsklasse. Sie liegt in einem Bereich mit erhöhtem sozialen Unterstützungsbedarf. Viele Kinder kommen zudem aus dem benachbarten Stadtteil Weingarten, der selbst keine weiterführende Schule hat.
Auch die Nachfrage nach Gemeinschaftsschulen ist in Freiburg hoch. Laut Vorlage konnten bereits in den vergangenen Jahren viele Schulwünsche nicht erfüllt werden. Eine zusätzliche Gemeinschaftsschule soll das Angebot erweitern und den Bedarf besser decken.
Die räumlichen Voraussetzungen für den Schulartwechsel sind nach Einschätzung der Verwaltung gegeben. Notwendige Anpassungen sowie pädagogische Konzepte sollen über das sogenannte Startchancenprogramm finanziert werden. Dieses unterstützt gezielt Schulen in herausfordernden Lagen.
Bevor die Umwandlung umgesetzt werden kann, muss ein regionales Schulentwicklungsverfahren eingeleitet werden. Dieses ist gesetzlich vorgeschrieben und prüft unter anderem die Auswirkungen auf andere Schulen in der Region.
Mit dem Schritt sieht die Stadt die Chance, die Schule stärker an die Bedürfnisse vor Ort anzupassen und die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern.





