(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV), Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg
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Ausgetrocknete Wiesen, vertrockneter Silomais und bereits angebrochene Futterreserven: Die anhaltende Trockenheit bringt landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg zunehmend unter Druck. Das Land reagiert mit Hilfen von bis zu fünf Millionen Euro. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband begrüßt die Maßnahmen, fordert aber weitere Unterstützung von Bund und Europäischer Union.
Besonders betroffen sind Betriebe mit Rindern, Schafen, Ziegen und anderen Tieren, die auf Grünfutter, Heu oder Silomais angewiesen sind. Nach Angaben vom Landwirtschaftsministerium wächst auf vielen Wiesen und Weiden derzeit kaum noch Futter nach. Teilweise sei auch Silomais großflächig vertrocknet oder komplett ausgefallen.
Dadurch müssen Tierhalter bereits jetzt Reserven verfüttern, die eigentlich für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen waren.
Bis zu fünf Millionen Euro für Futtermittelhilfen
Das Land will deshalb unter anderem den notwendigen Zukauf von Grundfutter unterstützen. Dafür stehen 2026 insgesamt bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung. Auch Transportkosten sollen berücksichtigt werden können.
Voraussetzung für eine solche Finanzhilfe ist laut Ministerium unter anderem, dass durch die Dürre mehr als 30 Prozent von der durchschnittlichen Jahreserzeugung des jeweiligen landwirtschaftlichen Betriebs zerstört wurden.
Wie genau die Hilfen beantragt werden können und wie hoch sie im Einzelfall ausfallen, wird derzeit noch vorbereitet.
Zusätzlich werden bestimmte Regeln für landwirtschaftliche Flächen gelockert. Unter anderem können bisher stillgelegte Flächen unter bestimmten Voraussetzungen wieder zur Futtergewinnung genutzt werden.
Für Öko-Betriebe wurde außerdem bereits am 7. August der Katastrophenfall im Sinne vom europäischen Ökorecht ausgerufen. Damit können diese Betriebe nach entsprechender Genehmigung auch konventionelles Grünland- und Ackerfutter zukaufen.
BLHV: „Situation auf den Höfen ist mehr als ernst“
Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband begrüßt die Schritte. Besonders positiv bewertet er die Futtermittelhilfen, die Unterstützung bei Transportkosten und zusätzliche Möglichkeiten zur Futtergewinnung.
BLHV-Präsident Bernhard Bolkart warnt allerdings vor der finanziellen Situation auf den Höfen: „Die Situation auf den Höfen ist mehr als ernst.“
Kritisch sieht der Verband, dass bestimmte Anpassungen gleichzeitig zum Verlust von Förderzahlungen führen können. Nach Angaben vom BLHV sind viele Betriebe durch die Dürre bereits in finanziellen Engpässen und müssen gleichzeitig die kostenintensive Aussaat im Herbst finanzieren.
Bauernverband fordert weitere Hilfen
Der Verband fordert deshalb zusätzliche Unterstützung auf Bundes- und EU-Ebene. Genannt werden unter anderem zinslose Darlehen, eine Aussetzung von Steuervorauszahlungen und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage.
Langfristig müsse sich die Landwirtschaft zudem stärker auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen. Der BLHV nennt dabei unter anderem Bewässerungsinfrastruktur, Forschung, Innovation und moderne Züchtungstechnologien.
Auch das Land sieht zusätzlichen Handlungsbedarf bei der Bewässerung. Ab 2027 soll nach den Vorstellungen vom Landwirtschaftsministerium eine Sonderfinanzierung für entsprechende Maßnahmen ermöglicht werden.







