ORTENAUKREIS

Offenburg: Tanzprojekt macht Magersucht sichtbar und erhält Unterstützung

Eine Tanzperformance in Offenburg setzt sich mit Magersucht, Körperbild und Selbstannahme auseinander. Entwickelt wurde das Projekt von der Tänzerin und Choreografin Rica Lata Matthes gemeinsam mit der Psychotherapeutin Anastasia Gotzhein. Die Bürgerstiftung St. Andreas unterstützt die Arbeit mit 2.000 Euro.

Matthes war nach eigenen Angaben selbst mehrere Jahre von Magersucht betroffen. Für das Projekt wurden gemeinsam mit Gotzhein anonyme Interviews geführt. Rund 20 Rückmeldungen flossen in eine Tonspur mit eingesprochenen Stimmen ein, die während der Performance zu hören ist.

Auch die Bewegungen des Stücks entstanden nicht allein am Schreibtisch oder im Proberaum. In zwei Workshops arbeiteten ehemals und indirekt von Essstörungen betroffene Menschen an der Umsetzung mit. Auf der Bühne stehen vier Frauen mit unterschiedlichen tänzerischen Hintergründen, darunter Matthes selbst.

Die Performance verbindet damit persönliche Erfahrungen, Tanz, Musik und therapeutische Perspektiven. Nach Aufführungen sind zudem Podiumsgespräche vorgesehen, bei denen Gotzhein Fragen beantwortet und Gespräche begleitet.

2026 wurde das Stück unter anderem für Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums in Offenburg gezeigt. Weitere Aufführungen gab es an der Kunstschule Offenburg und in Lahr. Matthes möchte das Projekt künftig auch an weitere Schulen bringen.

Im März 2027 ist ein Gastspiel in Senftenberg im Rahmen einer politischen Bildungsveranstaltung geplant. Anfragen für weitere Aufführungen sind unter [email protected] möglich.

Bild: Markus Dietze

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