ORTENAUKREIS

Hochschule Kehl: Was Kommunen von der Kunst lernen können

Weniger starre Abläufe, mehr Raum für neue Ideen: Forschende der Hochschule Kehl haben untersucht, was öffentliche Verwaltungen von Künstlerinnen und Künstlern lernen können. Ihre Erkenntnisse könnten Kommunen unter anderem dabei helfen, Veränderungen zu gestalten und neue Fachkräfte zu gewinnen.

Die Professoren Jürgen Kegelmann und Jürgen Fischer stellten die Ergebnisse am Donnerstag, 22. Oktober, bei einem Vortrag der Reihe „Studium Generale“ an der Hochschule Kehl vor.

Kreativität statt starrer Abläufe

Für ihr Forschungsprojekt führten die Wissenschaftler Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern und werteten diese aus.

Dabei stellten sie fest, dass kreative Arbeit häufig von Experimenten, Umwegen und der Bereitschaft geprägt ist, bereits entwickelte Ideen wieder zu verändern oder zu verwerfen.

Auch begrenzte Mittel würden in der Kunst oft nicht nur als Hindernis betrachtet, sondern als Anlass, neue Lösungen zu finden.

Nach Ansicht der Forschenden könnten solche Denkweisen auch Verwaltungen helfen, die vor großen Veränderungen stehen.

Neue Ideen für die Personalsuche

Wie sich diese Erkenntnisse praktisch nutzen lassen, erläuterte Professor Fischer am Beispiel einer fiktiven Stadt mit rund 45.000 Einwohnern.

Bei der Suche nach neuen Beschäftigten könnten Kommunen beispielsweise stärker hervorheben, welchen gesellschaftlichen Nutzen eine Tätigkeit hat. Statt vor allem Anforderungen und Gehaltsgruppen aufzulisten, könnten Stellenanzeigen die Bedeutung der Arbeit in den Mittelpunkt stellen.

Auch Bewerbungsgespräche könnten nach diesem Ansatz stärker als gegenseitiges Kennenlernen gestaltet werden.

Fischer betonte, dass Verwaltungen deshalb nicht wie Kunstbetriebe arbeiten müssten. Vielmehr gehe es darum, kreative Arbeitsweisen mit bewährten Managementmethoden zu verbinden.

Forschungsbericht für die kommunale Praxis

Die Untersuchung trägt den Titel „Kommunale Managementformen für die Transformationsaufgaben der Zukunft – Performative Ansätze aus dem kunst- und kulturwissenschaftlichen Bereich“.

Auftraggeber ist der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw). Geleitet wurde das Forschungsprojekt von Professor Jürgen Kegelmann.

Die Veranstaltungsreihe „Studium Generale“ der Hochschule Kehl beschäftigt sich regelmäßig mit Themen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Sie steht auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen.

Bild: Hochschule Kehl

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