Fahrgäste in der Ortenau sowie in den Landkreisen Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach müssen sich kommende Woche auf erhebliche Ausfälle im Busverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di ruft Beschäftigte mehrerer SWEG-Busbetriebe von Mittwoch, 30. September, bis einschließlich Freitag, 2. Oktober zum Warnstreik auf. Nach Angaben der Gewerkschaft ist auf den bestreikten Linien damit zu rechnen, dass weitgehend keine SWEG-Busse fahren.
In unserer Region sind die SWEG-Busbetriebe in Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Endingen, Emmendingen, Weil am Rhein und Müllheim vom Streikaufruf betroffen.
Damit erstreckt sich der Warnstreik über drei Tage unmittelbar vor dem Wochenende. Welche einzelnen Linien und Fahrten tatsächlich ausfallen, geht aus der Mitteilung von ver.di nicht hervor.
Dritter Warnstreik bei der SWEG
Es ist nach Angaben der Gewerkschaft bereits der dritte Warnstreik innerhalb weniger Wochen. Bei den beiden vorherigen Arbeitsniederlegungen wurden die Busbetriebe jeweils zwei Tage bestreikt.
Hintergrund ist unter anderem ein Konflikt über den Schutz von Beschäftigten bei Neuausschreibungen von Buslinien. ver.di fordert einen Tarifsozialplan für Beschäftigte, denen betriebsbedingt gekündigt wird. Die Gewerkschaft verlangt dabei unter anderem Abfindungen und Mittel für Qualifizierungen.
Nach Darstellung von ver.di stehen in den kommenden Monaten bei mehreren von der SWEG betriebenen Buslinien Neuausschreibungen an. Die Gewerkschaft wirft der SWEG vor, Verhandlungen über einen besseren Schutz der Fahrer abzulehnen. Den Standpunkt der Arbeitgeberseite, entsprechende Fragen seien nicht tariflich regelbar und Sache von Arbeitgeber und Betriebsrat, weist ver.di zurück.
Weitere Tarifkonflikte laufen parallel
Zusätzlich geht es bei den Arbeitsniederlegungen um die laufenden Tarifverhandlungen beim Eisenbahntarifvertrag sowie beim Manteltarifvertrag.
ver.di fordert unter anderem 6,5 Prozent höhere Monatsentgelte, 100 Euro mehr pro Monat für Auszubildende und eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro für Gewerkschaftsmitglieder. Nach Angaben von ver.di sieht das Angebot der Arbeitgeber bei einer Laufzeit von 28 Monaten zunächst eine Einmalzahlung von 270 Euro vor. Zum 1. Dezember 2026 sollen die Entgelte um 2,8 Prozent und zum 1. Januar 2028 um weitere 2,2 Prozent steigen.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 5. Oktober vorgesehen.
Für Fahrgäste in der Region ist zunächst vor allem der Zeitraum vom 30. September bis 2. Oktober entscheidend. Welche Verbindungen konkret angeboten werden können, dürfte vom tatsächlichen Streikgeschehen in den einzelnen Betrieben abhängen.
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort (Archivbild)







