(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Biosphärengebiet Schwarzwald
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297 Quellstandorte sind im Biosphärengebiet Schwarzwald während eines vierjährigen Pilotprojekts erfasst worden. Die Untersuchungen zeigen: Viele Quellen sind äußerlich noch vergleichsweise naturnah, bei der Tierwelt fällt die Bilanz jedoch deutlich schlechter aus. Umweltministerin Thekla Walker informierte sich am Dienstag bei einer Waldquelle im Bereich Belchen-Hohtann in Aitern über die Ergebnisse und den weiteren Quellenschutz.
Von den 297 erfassten Standorten wurden 258 Quellen näher untersucht. Mehr als drei Viertel der bewerteten Quellen befinden sich demnach strukturell in einem naturnahen oder zumindest bedingt naturnahen Zustand. Eine quelltypische oder zumindest bedingt quelltypische Tiergemeinschaft wurde dagegen nur bei 31 Prozent festgestellt.
25 Quellen stuften die Fachleute wegen ihres Artenreichtums sowie des Vorkommens von Quellspezialisten und Arten der Roten Liste als besonders wertvoll ein. Besonders artenreich war das Einzugsgebiet der Kleinen Wiese mit 82 nachgewiesenen Tierarten.
Seltene Arten in den Quellen entdeckt
Bei den Untersuchungen wurde unter anderem die Köcherfliegenart Apatania eatoniana nachgewiesen, die in der Region als verschollen geglaubt hatte. Auch die Badische Quellschnecke, die weltweit nur im südlichen Schwarzwald vorkommt, fanden die Fachleute in der Mehrzahl der untersuchten Quellen.
Neben klassischen Untersuchungen kam sogenannte Umwelt-DNA zum Einsatz. Dabei werden genetische Spuren von Lebewesen aus Wasserproben analysiert. Mit dieser Methode konnten 270 Arten nachgewiesen werden. Sie soll künftig die klassischen Untersuchungsmethoden ergänzen.
Für eine langfristige Beobachtung wurden außerdem in 20 ausgewählten Quellen Temperaturlogger installiert. Sie messen kontinuierlich die Wassertemperatur. Zusätzliche Lichtsensoren sollen Rückschlüsse auf die Dauer der Schneebedeckung ermöglichen. Dadurch sollen Veränderungen durch den Klimawandel frühzeitig erkannt werden.
Weitere Quellen sollen untersucht werden
Das Projekt soll die Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen bilden. Noch sind zahlreiche Quellen im Biosphärengebiet nicht untersucht. Beeinträchtigte Standorte sollen ökologisch aufgewertet werden. Gleichzeitig sollen bei Quellfassungen, Viehtränken oder Wegebaumaßnahmen möglichst schonende Lösungen gefunden werden.
Auch Bürger waren an der Erfassung beteiligt und dokumentierten 86 Quellen. In Bernau entstand zudem ein interaktiver Quellen-Lehrpfad, der seit 2026 per Smartphone Informationen über diese Lebensräume vermittelt.
Das Pilotprojekt lief von 2021 bis zum Frühjahr 2025 und wurde von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit rund 197.000 Euro gefördert. Projektträger ist das Biosphärengebiet Schwarzwald, wissenschaftlich begleitet wurde die Untersuchung von der Universität Basel und der Life Science AG.
Bild: Biosphärengebiet Schwarzwald








