Wo die AfD stärkere Unterstützung erhält, verbreiten sich Elektroautos und Photovoltaikanlagen im Durchschnitt langsamer. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie unter Leitung der Universität Freiburg. Besonders ausgeprägt ist der Zusammenhang bei Elektroautos. Die Forschenden sprechen dabei von Zusammenhängen und weisen selbst auf Grenzen bei der kausalen Interpretation hin.
Für die Untersuchung kombinierte das Forschungsteam Daten aus 10.733 deutschen Kommunen mit Wahlergebnissen sowie sozioökonomischen und infrastrukturellen Faktoren. Hinzu kamen drei Befragungen mit insgesamt knapp 8.000 Teilnehmern. Die Studie erschien am 23. September im Fachjournal „Nature Sustainability“.
Deutlicher Unterschied bei Elektroautos
In den Befragungen zeigte sich eine deutlich stärkere politische Polarisierung bei Elektroautos als bei Photovoltaik. Anhänger der Grünen berichteten 227 Prozent häufiger als AfD-Anhänger, bereits ein Elektroauto zu besitzen oder dessen Anschaffung zu planen. Bei Photovoltaik betrug der entsprechende Unterschied 48 Prozent.
In statistischen Modellen, die weitere Merkmale berücksichtigten, berichteten AfD-Anhänger eine um 67 Prozent geringere E-Auto-Nutzung oder Anschaffungsabsicht als Anhänger anderer Parteien. Bei Photovoltaik lag der entsprechende Wert 18 Prozent niedriger, dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.
Auch die kommunalen Daten zeigen einen Zusammenhang: Ein steigender AfD-Stimmenanteil ging in den untersuchten Gemeinden mit einer anschließend geringeren Verbreitung beider Technologien einher. Dabei berücksichtigten die Forschenden unter anderem Einkommen, Infrastruktur und Unterschiede zwischen den Kommunen.
Keine einfache Aussage über Ursache und Wirkung
Die Autoren betonen Einschränkungen ihrer Untersuchung. Wahlergebnisse auf Gemeindeebene bilden nicht das Verhalten einzelner Wähler ab. Auch eine ergänzende statistische Methode liefert nach Einschätzung der Forschenden zusätzliche Hinweise, aber keinen endgültigen Beweis für einen allgemeinen kausalen Effekt. Die Ergebnisse beschreiben damit nicht, dass eine bestimmte Parteipräferenz bei einzelnen Menschen automatisch zu einem bestimmten Kaufverhalten führt.







