Die Polizei warnt aktuell vor einer Zunahme betrügerischer Anrufe in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut. Kriminelle nehmen dabei insbesondere ältere Menschen ins Visier und versuchen, mit erfundenen Notfällen hohe Geldbeträge oder Wertgegenstände zu erbeuten.
Wie professionell die Täter vorgehen, zeigt ein aktueller Fall aus Steinen. Dort verlor eine 90-Jährige am Montag Wertgegenstände im Wert von mehreren Zehntausend Euro. Die Betrüger hatten ihr vorgetäuscht, eine nahe Angehörige sei schwer an Krebs erkrankt und benötige dringend ein teures Medikament aus dem Ausland.
Nach Angaben der Polizei wurden dabei offenbar auch Stimmen angeblicher Enkelkinder eingesetzt, um zusätzlichen emotionalen Druck aufzubauen. Schließlich übergab die Seniorin Wertgegenstände an die Täter.
Betrüger erfinden Unfälle und Krankheiten
Auch andere Varianten werden derzeit eingesetzt. Bei sogenannten Schockanrufen behaupten die Täter beispielsweise, ein Angehöriger habe einen schweren oder tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Untersuchungshaft abzuwenden, müsse eine Kaution bezahlt werden.
In anderen Fällen geben sich die Anrufer als Ärzte aus und behaupten, ein Familienmitglied benötige dringend eine lebenswichtige und kostspielige Behandlung.
Die Polizei rät dazu, solche Gespräche sofort zu beenden und Angehörige anschließend selbst über eine bekannte Telefonnummer zu kontaktieren. Persönliche oder finanzielle Informationen sollten am Telefon niemals an unbekannte Personen weitergegeben werden. Auch Geld und Wertgegenstände sollten nicht an Unbekannte übergeben werden.
Bei verdächtigen Anrufen soll umgehend die Polizei über 110 informiert werden. Familien können außerdem ein gemeinsames Kennwort vereinbaren, mit dem sich Angehörige am Telefon identifizieren können.







