(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Stadt Lörrach (Anträge & Beschlussvorlagen für Gemeinderatssitzung am 23. Juli 2026)
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Wie kommen Beschäftigte, Patienten und Besucher künftig ohne Auto zur neuen Dreilandklinik und wie kann man den Nahverkehr verbessern? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Gemeinderat in Lörrach am Donnerstag, 23. Juli. Gleich mehrere Anträge von den Freien Wählern und der SPD drehen sich um bessere Busverbindungen, lesbare Fahrpläne und einen barrierefreien Ortsbus.
Besonders im Mittelpunkt steht die Anbindung vom neuen Klinikstandort. Die SPD fordert, verschiedene Möglichkeiten für eine direkte Verlängerung der Buslinie 16 zur Dreilandklinik zu prüfen. Gleichzeitig soll der Tafelladen im Ortsteil Brombach weiterhin gut mit dem Bus erreichbar bleiben.
Nach Ansicht von der Fraktion reicht eine alleinige Anbindung mit der Linie 6 nicht aus. Die Linie 16 erschließe wichtige Wohngebiete entlang der Tumringer Straße sowie Winterbuck, Tumringen, Haagen und Hauingen. Eine direkte Verbindung könne Fahrgästen zeitaufwendige Umstiege ersparen.
Die SPD warnt vor einer starken Zunahme vom Autoverkehr durch die Eröffnung der Klinik. In früheren Untersuchungen sei von bis zu 14.000 zusätzlichen Autofahrten pro Tag ausgegangen worden. Besonders die Ortsteile Brombach, Haagen und Hauingen könnten dadurch mit mehr Staus, Lärm und Gefahren für Fußgänger belastet werden.
Die Stadtverwaltung empfiehlt, den Antrag zu prüfen. Die Stadtwerke sollen nach der Sommerpause verschiedene Varianten vorstellen. Eine mögliche Umsetzung wäre laut SPD frühestens zum Fahrplanwechsel 2027 denkbar.
Auch die Freien Wähler beschäftigen sich mit der Klinik-Anbindung. Sie möchten, dass der Verkehrsexperte Roland Morlock seine Vorschläge für den Busverkehr persönlich vorstellt. Morlock ist Vorsitzender vom Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Bahnkunden-Verbandes.
Die Fraktion kritisiert, dass die geplante S-Bahn-Haltestelle an der Klinik offenbar erst deutlich später kommt und deshalb beim Busverkehr keine weitere Zeit verloren werden dürfe.
Die Stadtverwaltung schlägt allerdings vor, diesen Antrag abzulehnen. Bei den Vorschlägen handle es sich laut Verwaltung nicht um ein vollständig neues Konzept, sondern um punktuelle Verbesserungen. Ein Gesprächstermin im Juli sei abgesagt worden, nachdem keine endgültige Bestätigung erfolgt sei. Die Verwaltung betont jedoch, weiterhin für einen gemeinsamen Austausch offen zu sein.
Ein weiterer SPD-Antrag betrifft die Fahrgastinformationen an Bushaltestellen. Fahrpläne sollen künftig größer, kontrastreicher, barrierefrei angebracht und auch im Dunkeln gut lesbar sein. Vorgeschlagen werden unter anderem solarbetriebene LED-Beleuchtungen, QR-Codes mit einer digitalen Vorlesefunktion und besser erkennbare Telefonnummern für Auskünfte und Beschwerden.
Auch die Haltepunkte vom Anrufsammeltaxi sollen deutlicher gekennzeichnet werden. Nach Angaben von der SPD fehlen dort teilweise Informationen zu Abfahrtszeiten, Telefonnummern und Anmeldefristen.
Als Teststandorte schlägt die Fraktion die Haltestelle Weinbrennerstraße oder den Busbahnhof vor. Die Stadtwerke sollen die Vorschläge prüfen und nach der Sommerpause über die möglichen Kosten und eine Umsetzung berichten.
Keine unmittelbare Zustimmung findet dagegen der Antrag für einen neuen Elektro-Kleinbus auf der Linie 10. Die SPD möchte den bisherigen Ortsbus durch ein barrierefreies Elektrofahrzeug mit niedrigem Einstieg und Rampe ersetzen.
Die Stadtwerke schlagen vor, diesen Antrag zunächst nicht weiterzuverfolgen. Eine einzelne Beschaffung sei ohne ausreichende Ladeinfrastruktur derzeit nicht sinnvoll. Bei künftigen Fahrzeugkäufen soll die Stadt jedoch beteiligt werden. Die Forderungen nach Barrierefreiheit und einem emissionsfreien Antrieb sollen dabei soweit möglich berücksichtigt werden.
Damit dürfte am Donnerstag nur ein Teil der Vorschläge direkt weiterverfolgt werden. Während die Prüfung von der Linie 16 und den verbesserten Fahrgastinformationen empfohlen wird, sollen die formelle Vorstellung vom Morlock-Konzept und die sofortige Anschaffung von einem Elektro-Kleinbus abgelehnt beziehungsweise vorerst zurückgestellt werden.
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort








