(Bildquelle unter Text, sonst Symbolbild) Quelle der Infos: Handwerkskammer Freiburg
Du kannst News von BreisgauLIVE bei Google jetzt ganz oben sehen (klicke hier für die Einrichtung)
Fachkräftemangel, hohe Kosten und immer mehr Bürokratie setzen das Handwerk in Südbaden nach Angaben der Handwerkskammer Freiburg zunehmend unter Druck. Bei einem Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner und der Europaabgeordneten Vivien Costanzo schilderte die Kammer die aktuelle Lage der rund 16.000 Handwerksbetriebe in der Region.
Präsident Christof Burger warnte, dass vor allem meisterpflichtige Handwerksbetriebe seit Jahren weniger werden. In Baden-Württemberg stünden rund 28.000 Betriebe zur Übergabe bereit, doch viele junge Meisterinnen und Meister scheuten den Schritt in die Selbstständigkeit. Gründe seien unter anderem hohe bürokratische Hürden, fehlende Fachkräfte und ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Nach Angaben der Handwerkskammer kämpfen viele Betriebe außerdem mit stark gestiegenen Materialpreisen und hohen Lohnnebenkosten. Besonders betroffen seien Bau- und Ausbaugewerke. Trotz angekündigter Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus blieben private und gewerbliche Investitionen weiterhin zurück.
Auch die finanzielle Lage vieler Kommunen bereite Sorgen. Das Sondervermögen des Bundes habe bislang noch nicht zu mehr öffentlichen Bauaufträgen geführt, da zahlreiche Städte und Gemeinden ihre Mittel zunächst für andere Haushaltsaufgaben einsetzen müssten.
SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner räumte ein, dass viele Maßnahmen nur langsam umgesetzt würden. Er zeigte sich jedoch überzeugt, dass sich die Investitionen in die Infrastruktur langfristig positiv auswirken werden.
Europaabgeordnete Vivien Costanzo warb für einen intensiveren Austausch zwischen Handwerk und Politik. Rückmeldungen aus den Betrieben seien wichtig, um europäische Regelungen praxisnah gestalten und unnötige Bürokratie abbauen zu können.
Ein weiteres Anliegen der Handwerkskammer ist die Vergabe öffentlicher Aufträge. Präsident Burger forderte, kleinere Lose beizubehalten, damit auch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe weiterhin Chancen auf öffentliche Ausschreibungen haben.
Bild: Handwerkskammer Freiburg







