FREIBURG

Freiburg: Rund 1.490 Beschäftigte gehen jährlich in Rente, auch in der Gastronomie

In Freiburg werden in den kommenden Jahren durchschnittlich rund 1.490 Beschäftigte pro Jahr in den Ruhestand gehen. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. Sie beruft sich auf Berechnungen des Pestel-Instituts und fordert, dass Beschäftigte auch künftig nach 45 Beitragsjahren unter den geltenden Voraussetzungen ohne Rentenabschläge in den Ruhestand gehen können.

Nach den von der NGG genannten Berechnungen werden bis 2035 insgesamt rund 46.200 Menschen in Freiburg im Ruhestand sein. Die Gewerkschaft sieht die geplante Rentenreform der Bundesregierung mit Sorge.

NGG warnt vor Nachteilen für langjährig Beschäftigte

Besonders Beschäftigte, die bereits 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben oder kurz davorstehen, seien nach Beobachtung der NGG verunsichert.

Burkhard Siebert, Geschäftsführer der NGG-Region Schwarzwald-Hochrhein, warnt vor möglichen Rentenkürzungen. Menschen, die früh ins Berufsleben eingestiegen seien, dürften dadurch nicht benachteiligt werden.

Das betreffe beispielsweise Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion, in Bäckereien, Kantinen und Restaurants. Viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien hätten keine besonders hohen Einkommen und seien auf eine verlässliche gesetzliche Rente angewiesen, argumentiert die Gewerkschaft.

Mehr als 523.000 Rentner in Baden-Württemberg mit langen Beitragszeiten

Die NGG verweist außerdem auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung für Baden-Württemberg.

Demnach hatten Ende 2025 rund 373.000 männliche und 150.100 weibliche Altersrentner mindestens 45 Jahre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet.

Zusammen sind das mehr als 523.000 Menschen. Die Zahlen sollen nach Auffassung der Gewerkschaft zeigen, wie viele Rentner auf lange Erwerbsbiografien zurückblicken.

Gewerkschaft lehnt höheres Renteneintrittsalter ab

Die NGG fordert die Bundesregierung auf, auf eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters zu verzichten.

Siebert verweist dabei besonders auf Menschen in körperlich belastenden Berufen. Diese könnten nicht beliebig länger arbeiten. Ein höheres Renteneintrittsalter würde aus Sicht der Gewerkschaft für viele Beschäftigte faktisch zu einer niedrigeren Rente führen.

Auch eine stärkere Kapitaldeckung der Altersvorsorge sieht die NGG kritisch. Sie befürchtet, dass Rentenansprüche dadurch stärker von Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängig werden könnten.

Stattdessen fordert die Gewerkschaft, die gesetzliche Rente weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.

Die Aussagen sind Forderungen und Einschätzungen der NGG zur Rentenpolitik. Welche konkreten Änderungen die Bundesregierung beschließen wird und welche Folgen diese für einzelne Versicherte hätten, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

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