FREIBURG

Freiburg: Handwerkskammer fordert weniger EU-Bürokratie

Die Handwerkskammer Freiburg fordert weitere Entlastungen für kleine und mittlere Betriebe von europäischen Berichts-, Prüf- und Dokumentationspflichten. Bei einem Gespräch mit dem CDU-Europaabgeordneten Andreas Schwab kritisierten Kammervertreter, dass bisherige Vereinfachungen im Betriebsalltag aus ihrer Sicht kaum ankommen.

Kammerpräsident Christof Burger betonte die Bedeutung der Europäischen Union, sieht bei der Ausgestaltung von Vorschriften aber Nachholbedarf. Europäische Gesetzgebung sei teilweise zu detailliert und zu wenig an der Praxis kleiner Betriebe orientiert, argumentiert die Kammer.

Geschäftsführerin Annette Rebmann-Schmelzer verwies dabei auch auf anstehende Betriebsübergaben. Nach Angaben der Handwerkskammer stehen in den kommenden Jahren mehrere tausend Handwerksbetriebe vor einer Nachfolge. Potenzielle Nachfolger würden den bürokratischen Aufwand nach Erfahrung der Kammer zunehmend als Hindernis für die Selbstständigkeit betrachten.

Schwab räumte bei dem Gespräch Probleme unter anderem bei Berichtspflichten ein. Es müsse geprüft werden, wie übermäßige Anforderungen zurückgenommen und ähnliche Entwicklungen künftig verhindert werden könnten.

EU hat Vorschriften bereits vereinfacht

Auf europäischer Ebene laufen bereits mehrere Verfahren zum Bürokratieabbau. Die EU-Kommission hat im Juli 2026 überarbeitete Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beschlossen. Die Zahl der verpflichtenden Datenpunkte soll dadurch um mehr als 60 Prozent sinken. Die Änderungen bauen auf dem sogenannten Omnibus-I-Paket zur Vereinfachung von EU-Regeln auf.

Der Handwerkskammer gehen die bisherigen Schritte nach eigener Aussage jedoch nicht weit genug. Gesprächsbedarf sieht sie unter anderem bei europäischen Vorschriften zu Verpackungen, Entgelttransparenz, Entwaldung und Trinkwasser. Schwab kündigte laut Kammer an, die angesprochenen Punkte bei einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einzubringen.

Die Handwerkskammer Freiburg vertritt nach eigenen Angaben knapp 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten in der Ortenau sowie den Landkreisen Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach und der Stadt Freiburg.

Bild: Michael Kienzler

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