Am Montag, 9. November 2026, erinnert Freiburg an die Zerstörung der Alten Synagoge und die Opfer der nationalsozialistischen Novemberpogrome vor 88 Jahren. Auf dem Platz der Alten Synagoge findet um 17 Uhr eine öffentliche Gedenkversammlung statt. Anschließend folgt um 18 Uhr eine szenische Lesung im Theater Freiburg. Beide Veranstaltungen sind kostenlos, für die Lesung ist jedoch eine Anmeldung erforderlich.
Die Stadt organisiert das Gedenken gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden Freiburgs und zahlreichen weiteren Organisationen.
Gedenkversammlung auf dem Platz der Alten Synagoge
Die öffentliche Gedenkversammlung beginnt um 17 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge.
Oberbürgermeister Martin Horn wird eine Ansprache halten. Anschließend leitet Moshe Haas, Kantor der Israelitischen Gemeinde Freiburg, Gebete an.
Eine Anmeldung ist für diesen Teil des Gedenkens nicht erforderlich.
Szenische Lesung erinnert an jüdische Schicksale
Um 18 Uhr beginnt im Winterer-Foyer des Theater Freiburg eine Gedenkfeier mit Redebeiträgen von Vertretern der jüdischen Gemeinden.
Anschließend erinnern die Schauspielerinnen Janna Horstmann und Stefanie Mrachacz in einer szenischen Lesung an die Ereignisse der Pogromnacht.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte des jüdischen Kaufmanns Max Mayer. Anhand seiner Biografie werden die Verfolgung jüdischer Menschen und die Folgen der nationalsozialistischen Gewalt in Freiburg dargestellt.
Die Lesung führt gedanklich zu mehreren historischen Orten: vom Wohnhaus Max Mayers über das Kornhaus und die Alte Synagoge bis zum Gefängnis, von dem aus jüdische Freiburger in das Konzentrationslager Dachau deportiert wurden.
Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Sopranistin Inga Schäfer und Pianist Johannes Knapp. Sie spielen Werke von Maurice Ravel und Gideon Klein.
Synagoge wurde 1938 zerstört
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden bei den staatlich organisierten Novemberpogromen in Deutschland mehr als 1.400 Synagogen, Gebetsräume und weitere jüdische Versammlungsstätten zerstört.
Auch Geschäfte und Wohnungen jüdischer Menschen wurden verwüstet. Die Freiburger Synagoge, die sich neben dem heutigen Kollegiengebäude I der Universität befand, wurde in Brand gesetzt und zerstört.
Ab dem 10. November verschleppten Gestapo und SS mindestens 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager. Hunderte starben infolge der Haftbedingungen oder wurden ermordet.
Die Veranstaltungen am 9. November erinnern an diese Verbrechen und an die Menschen, die ihnen zum Opfer fielen.
Anmeldung für Theaterveranstaltung erforderlich
Die Teilnahme an der Gedenkversammlung auf dem Platz der Alten Synagoge ist ohne Anmeldung möglich.
Für die Gedenkfeier mit szenischer Lesung im Winterer-Foyer des Theater Freiburg ist eine Anmeldung ausschließlich über www.freiburg.de/pogromnacht erforderlich.
Bereits um 16 Uhr beginnt ein weiterer Gedenkweg im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade. Er führt von der Gedenktafel an der Hebel-Schule zum Platz der Alten Synagoge. Veranstalter ist die Evangelische Kirche in Freiburg. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Die Termine im Überblick
- 16 Uhr: Gedenkweg ab der Hebel-Schule
- 17 Uhr: Öffentliche Gedenkversammlung auf dem Platz der Alten Synagoge
- 18 Uhr: Gedenkfeier und szenische Lesung im Winterer-Foyer des Theater Freiburg
- Eintritt: frei
- Anmeldung: Nur für die Veranstaltung im Theater erforderlich, unter www.freiburg.de/pogromnacht
Bild: Marcel Hiller, BreisgauLIVE vor Ort (Archivbild)

