Mit Vorträgen, Ausstellungen und Aktionen im öffentlichen Raum macht Rheinfelden (Baden) auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Vom 21. November bis 10. Dezember 2026 finden in der Stadt die internationalen Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen statt. Im Mittelpunkt stehen Aufklärung, Schutz und konkrete Hilfsangebote für Betroffene.
Dabei geht es nicht nur um körperliche Übergriffe, sondern auch um digitale Gewalt. An den Veranstaltungen beteiligen sich unter anderem die Stadtverwaltung, die Polizei, Beratungsstellen und verschiedene soziale Einrichtungen.
Rote Schuhe erinnern an getötete Frauen
Am Mittwoch, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, findet von 17.30 bis 19 Uhr eine Veranstaltung im Rathausfoyer am Kirchplatz 2 statt.
Ein zentraler Bestandteil ist die Aktion „Rote Schuhe“. Jedes aufgestellte Schuhpaar steht symbolisch für eine Frau, die in diesem Jahr durch einen Femizid getötet wurde. Damit ist die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts gemeint.
Die Aktion geht auf die mexikanische Künstlerin Elina Chauvet zurück.
Bereits ab dem 23. November werden außerdem bemalte Friesenbänke an verschiedenen Begegnungsorten in Rheinfelden aufgestellt. Sie sollen dauerhaft sichtbar auf das Thema aufmerksam machen.
Veranstaltungen zu digitaler Gewalt
Den Auftakt bildet am Samstag, 21. November, ein Frauen-Kultur-Frühstück im Bürgertreffpunkt Gambrinus in der Friedrichstraße 6. Von 10 bis 12 Uhr spricht Referentin Nina Cormaci über digitale Gewalt.
Zeitgleich informiert die Frauengruppe Courage auf dem Wochenmarkt. Von 13 bis 15 Uhr lädt sie anschließend zum Courage Café im Gambrinus ein.
Vom 23. bis 26. November ist im St. Josefshaus in Herten die Ausstellung „Rote Schuhe – In den Schuhen von …“ zu sehen. Sie beschäftigt sich mit Erfahrungen von Frauen mit digitaler Gewalt.
Selbstverteidigungskurs für Mädchen
Am Freitag, 27. November, bietet die Quartiersarbeit einen Selbstverteidigungskurs für Mädchen im Alter von etwa zehn bis 14 Jahren an.
Der Kurs findet von 14.30 bis 16.30 Uhr im Stadtteiltreff Pfiffikus in der Schwedenstraße 3 statt. Die Teilnehmerzahl ist auf fünf bis acht Mädchen begrenzt.
Eine Anmeldung ist per E-Mail an [email protected] möglich.
Zum Abschluss der Aktionswochen gibt es am 10. Dezember ab 17.30 Uhr im Haus Salmegg die Ausstellung „Die Unsterblichen“ und einen Vortrag von Rechtsanwalt Frank van Veen zum Thema Todesstrafe. Um 19.30 Uhr wird dort eine weitere bemalte Bank aufgestellt.
Geschäfte beteiligen sich mit besonderen Tüten
Unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ beteiligen sich Bäckereien und weitere Geschäfte an einer Aufklärungsaktion. Sie versehen ihre Verpackungen mit Aufklebern, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen sollen.
Weitere Unternehmen können sich bei Stefanie Franosz unter [email protected] oder telefonisch unter 07623 95 430 melden.
Hier finden Betroffene Hilfe
Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, können sich vertraulich beraten lassen.
Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter 116 016 rund um die Uhr kostenlos und in 18 Sprachen erreichbar.
Die Frauenberatungsstelle Lörrach ist unter 07621 87105 erreichbar. Das Frauenhaus bietet unter 07621 49325 mehrsprachige Hilfe an.
Bei unmittelbarer Gefahr sollte die Polizei unter 110 verständigt werden.
Das vollständige Veranstaltungsprogramm steht unter www.rheinfelden.de/aktionswochen.

