A supermarket dairy aisle with stacked yogurt cups and tubs along long refrigerated shelves.
BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD

Bürgerentscheid in Stegen: Soll ein Supermarkt neu gebaut werden?

Wenige Tage vor dem Bürgerentscheid über einen möglichen neuen Supermarktstandort in Stegen meldet sich der Planungsbeirat der Architektenkammer Baden-Württemberg zu Wort. Die Fachleute warnen davor, die Bedeutung des bestehenden Lebensmittelmarktes für die Ortsmitte zu unterschätzen. Sie empfehlen, Alternativen am bisherigen Standort genauer zu prüfen, bevor eine Verlagerung beschlossen wird.

Am Sonntag, 8. November 2026, entscheiden die Wahlberechtigten in Stegen darüber, ob die Gemeinde eine rund 5.700 Quadratmeter große Teilfläche der Festwiese zwischen dem Baugebiet Stockacker und Unterbirken für den Bau eines Lebensmittelmarktes verkaufen soll. Als Käufer kommen ein Unternehmen aus dem Edeka-Südwest-Konzern oder die Lebensmittelmärkte Strecker KG infrage.

Planungsbeirat sieht Supermarkt als wichtigen Anziehungspunkt

In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober betont der Planungsbeirat der Kammergruppen Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald/Emmendingen, dass der bestehende Lebensmittelmarkt mehr sei als ein einzelnes Geschäft.

Er bringe regelmäßig Menschen in die Ortsmitte. Davon könnten auch kleinere Geschäfte und Dienstleister profitieren.

Sollte der Markt wegziehen, befürchten die Fachleute weniger Besucher und damit Nachteile für weitere Betriebe. Besonders wichtig sei die zentrale Lage für ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität und Haushalte ohne jederzeit verfügbares Auto.

Die Architekten verweisen außerdem auf das seit 2011 bestehende Sanierungsgebiet „Ortsmitte“. Dessen Ziel sei es unter anderem, die Nahversorgung zu sichern und einen lebendigen Ortskern zu erhalten.

Probleme am bisherigen Standort werden anerkannt

Der Planungsbeirat räumt ein, dass der bestehende Lebensmittelmarkt vor betrieblichen Herausforderungen steht.

Dazu zählen nach seiner Darstellung begrenzte Verkaufs- und Lagerflächen, schwierige Anlieferbedingungen, Parkmöglichkeiten sowie Anforderungen an Barrierefreiheit und moderne Technik.

Diese Probleme müssten ernst genommen werden. Aus Sicht der Fachleute sollte daraus aber nicht automatisch folgen, dass der Markt die Ortsmitte verlassen muss.

Architekten schlagen Prüfung mehrerer Lösungen vor

Der Planungsbeirat empfiehlt ein ergebnisoffenes Verfahren, in dem verschiedene Möglichkeiten für eine langfristige Lebensmittelversorgung untersucht werden.

Daran sollten unter anderem die Gemeinde, der Marktbetreiber, Grundstückseigentümer, Verkehrs- und Stadtplaner sowie Vertreter der Bürgerschaft beteiligt werden.

Die Stellungnahme bewertet nach eigenen Angaben nicht die einzelnen Positionen der kommunalpolitischen Debatte. Sie konzentriert sich auf die Frage, wie die Ortsmitte langfristig lebendig und gut erreichbar bleiben kann.

Bürgerentscheid am 8. November

Die Abstimmung über den möglichen Grundstücksverkauf findet am Sonntag, 8. November, statt. Der Gemeinderat hatte den Bürgerentscheid am 29. Juli beschlossen.

Die Bürgerinnen und Bürger stimmen dabei über den Verkauf einer Teilfläche der gemeindeeigenen Festwiese für einen Lebensmittelmarkt ab. Sie entscheiden nicht unmittelbar über die Schließung des bisherigen Marktes.

Weitere Informationen zum Abstimmungsverfahren und die unterschiedlichen Positionen hat die Gemeinde auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

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