SÜDBADEN & BADEN-WÜRTTEMBERG

Südbaden: Südwestmetall kritisiert Warnstreiks der IG Metall

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in Südbaden verschärft sich der Ton. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall kritisiert die Warnstreiks der IG Metall und fordert eine Lösung am Verhandlungstisch. Gleichzeitig verweist der Verband auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Industriebetriebe und warnt vor einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen.

„Wir rufen die IG Metall dazu auf, Lösungen am Verhandlungstisch zu suchen“, erklärte Iris Tauth, Geschäftsführerin der Südwestmetall-Bezirksgruppe Freiburg, am 2. November 2026.

Arbeitgeber bieten Einmalzahlung und spätere Lohnerhöhung

In der laufenden Tarifrunde hat Südwestmetall ein Angebot für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg vorgelegt.

Vorgesehen sind:

  • Juli 2027: eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts. Nach Angaben des Verbands entspricht das in Baden-Württemberg rund 700 Euro.
  • Juli 2028: eine dauerhafte Lohnerhöhung um 1,3 Prozent.
  • Laufzeit: Der neue Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2028 gelten.

Allerdings enthält das Angebot eine Einschränkung: Unternehmen mit einer Nettoumsatzrendite von weniger als 2,3 Prozent sollen die Einmalzahlung verschieben und unter bestimmten Umständen auch streichen können.

Südwestmetall bezeichnet diesen Spielraum als notwendig, um wirtschaftlich angeschlagene Betriebe nicht zusätzlich zu belasten.

Verband warnt vor weiterem Stellenabbau

Nach Angaben von Südwestmetall sind seit dem Beschäftigungshöchststand 2019 bundesweit rund 350.000 Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie verloren gegangen. Davon entfielen laut Verband fast 100.000 auf Baden-Württemberg.

Der Arbeitgeberverband führt die Entwicklung unter anderem auf hohe Standortkosten zurück. Bundesweit gingen nach seinen Angaben derzeit monatlich weitere 10.000 Arbeitsplätze verloren.

Tauth warnt, dass ohne eine Senkung der Arbeitskosten in wirtschaftlich besonders belasteten Unternehmen weitere Stellenstreichungen an den regionalen Standorten drohen könnten.

Mehr als 30.000 Beschäftigte in der Region

Die Südwestmetall-Bezirksgruppe Freiburg betreut nach eigenen Angaben mehr als 70 Mitgliedsbetriebe mit über 30.000 Beschäftigten.

Der Verband hält die Warnstreiks angesichts der wirtschaftlichen Situation für den falschen Weg. Er fordert die IG Metall auf, das vorliegende Angebot als Grundlage für weitere Verhandlungen zu nutzen.

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