Rund 3.500 Menschen haben am Samstag, 31. Oktober 2026, in Freiburg und Lörrach im Zusammenhang mit der bundesweiten Protestbewegung „GenZ regelt“ demonstriert. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums verliefen die Versammlungen in beiden Städten ohne größere Störungen. Landesweit beteiligten sich rund 14.900 Menschen an elf Versammlungen. Vor allem in Stuttgart kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Innenminister Manuel Hagel betonte in einer Stellungnahme, dass die überwiegende Mehrheit der Demonstrierenden friedlich geblieben sei. Zugleich kündigte er Konsequenzen für Gewalttäter an.
Freiburg und Lörrach: Keine größeren Störungen
Bei den Demonstrationen in Freiburg und Lörrach registrierten die Behörden zusammen rund 3.500 Teilnehmer. Darunter befanden sich laut Innenministerium etwa 110 Menschen, die der linksextremistischen Szene zugerechnet wurden.
Zu besonderen Störungen kam es bei den Versammlungen in beiden Städten nach Behördenangaben nicht.
In Stuttgart eskalierte die Lage nach der Demonstration
Die größte Versammlung fand mit bis zu 6.000 Teilnehmern in Stuttgart statt. Nach Angaben des Innenministeriums waren darunter rund 300 Personen aus der linksextremistischen Szene.
Aus dieser Gruppe heraus wurden unter anderem Pyrotechnik gezündet und Farbbeutel auf Einsatzkräfte geworfen. Nach dem Ende der Versammlung blieb eine größere Menschenmenge auf dem Marienplatz. Später wurden Polizisten mit Flaschen und Böllern beworfen. Die Polizei räumte den Platz.
Im weiteren Verlauf kam es zu Sachbeschädigungen an Gebäuden und Fahrzeugen. Die Ermittlungen dauern an.
In Karlsruhe beteiligten sich rund 2.300 Menschen an zwei Demonstrationen, in Mannheim etwa 2.000 und in Ulm rund 900. Die Versammlungen verliefen nach Behördenangaben überwiegend ohne besondere Vorkommnisse.
Neun Polizisten verletzt
Landesweit wurden nach vorläufigem Stand neun Polizeibeamte verletzt. Sie erlitten Knalltraumata und Prellungen, konnten ihren Dienst aber fortsetzen.
Die Behörden leiteten bislang Strafverfahren im mittleren zweistelligen Bereich ein. Dabei geht es unter anderem um Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstöße gegen das Sprengstoff- und Versammlungsgesetz.
Außerdem gab es sieben Festnahmen beziehungsweise Ingewahrsamnahmen und 75 Platzverweise. Insgesamt waren 1.490 Polizeibeamte im Einsatz.
Hagel kündigt mehr Mitsprache für Schüler an
Hagel erklärte, die Sorgen vieler junger Menschen über bezahlbaren Wohnraum, Bildung und psychische Gesundheit müssten ernst genommen werden. Es sei ihr gutes Recht, dafür auf die Straße zu gehen.
Zugleich kündigte er einen Modellversuch für Kreisschülerräte in Baden-Württemberg an. Damit sollen Schülerinnen und Schüler künftig mehr Mitsprache bei Bildungsfragen und ihrem Schulalltag erhalten. Nach seinen Angaben will Kultusminister Andreas Jung bereits in der kommenden Woche mit dem Landesschülerbeirat und dem Landkreistag darüber sprechen.
Hagel verurteilte die Angriffe auf Polizeibeamte und betonte, dass die Anliegen friedlicher Demonstrierender nicht mit den Gewalttaten Einzelner gleichgesetzt werden dürften.
Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern an. Die bislang veröffentlichten Zahlen können sich noch verändern.

