In Sexau stehen Veränderungen bei der Kinderbetreuung bevor. Weil deutlich weniger Kinder geboren werden und zahlreiche Betreuungsplätze frei bleiben, sieht die Gemeinde Anpassungsbedarf bei ihren Kitas und Krippen. Welche Angebote konkret betroffen sein könnten, ist noch nicht entschieden.
Bürgermeister Hendrik Mench hat sich am Freitag, 30. Oktober 2026, öffentlich zur Situation geäußert. Hintergrund sind Diskussionen in der Gemeinde und eine Petition zur Zukunft der Kinderbetreuung.
Nur noch 11 Geburten im laufenden Jahr
Nach Angaben des Bürgermeisters umfassten die Geburtsjahrgänge in Sexau bis 2024 meist rund 40 Kinder. Zuletzt waren es nur noch 23. Im laufenden Jahr 2026 wurden bislang elf Kinder geboren.
Der Rückgang wirkt sich bereits auf die Auslastung der Betreuungseinrichtungen aus.
In den Krippen sind derzeit 38 von 51 Plätzen belegt. Im weiteren Verlauf des Betreuungsjahres rechnet die Gemeinde mit nur noch rund 30 betreuten Kindern.
In den Kindergärten soll der Bedarf von knapp 160 auf etwa 90 Kinder sinken. Derzeit stehen dort 165 Plätze zur Verfügung.
Gemeinde trägt rund 1,28 Millionen Euro selbst
Die sinkenden Kinderzahlen haben auch finanzielle Folgen. Denn die Landeszuweisungen richten sich nach der Zahl der betreuten Kinder, während Personal- und Betriebskosten nicht im gleichen Umfang zurückgehen.
Nach Abzug der Elternbeiträge belaufen sich die jährlichen Kosten der Kinderbetreuung laut Gemeinde derzeit auf rund 2,2 Millionen Euro. Das Land steuerte 2025 etwa 935.000 Euro bei. Der Eigenanteil der Gemeinde lag 2024 und 2025 jeweils bei rund 1,28 Millionen Euro.
Ohne Anpassungen würde dieser Eigenanteil nach Einschätzung des Bürgermeisters deutlich steigen.
Mench betont, dass es nicht darum gehe, die Angebotsvielfalt gezielt einzuschränken. Vielmehr müsse die Gemeinde auf die veränderte Nachfrage reagieren. Dabei könnten auch Beschäftigte betroffen sein.
Öffentliche Beratung am 5. November
Über die Zukunft der Kinderbetreuung berät der Gemeinderat am Donnerstag, 5. November 2026, ab 19 Uhr im Geschwister-Roser-Saal, Ernst-Bühler-Weg 1.
Bürgermeister Mench lädt die Bevölkerung ausdrücklich zur Sitzung ein.
Eine Entscheidung soll an diesem Abend noch nicht fallen. Zunächst will die Gemeinde die Beratung und mögliche Rückmeldungen auswerten.

