In Freiburg sollen mindestens 1.000 zusätzliche Stadtbäume gepflanzt und bestehende Bäume besser vor Fällungen geschützt werden. Das fordern mehrere Fraktionen und ein Einzelstadtrat im Freiburger Gemeinderat. Ihr gemeinsamer Antrag wurde am 20. Oktober 2026 mit großer Mehrheit angenommen.
Damit sind die neuen Bäume allerdings noch nicht beschlossen. Zunächst soll die Stadtverwaltung die Vorschläge prüfen und voraussichtlich im April 2027 eine Beschlussvorlage in den Gemeinderat einbringen.
Hinter dem Antrag stehen Freiburg for You (FR4U), die Grünen, SPD+JF, Eine Stadt für alle sowie Einzelstadtrat Wolf-Dieter Winkler von Freiburg Lebenswert.
Fraktionen verweisen auf Verlust von rund 4.900 Bäumen
Zur Begründung verweisen die Antragsteller auf den Hitzecheck 2026 der Deutschen Umwelthilfe. Demnach hat Freiburg zwischen 2017 und 2025 rund 4.900 Bäume verloren. Der Anteil der Stadtfläche, der von Baumkronen beschattet wird, liegt laut dieser Untersuchung bei 18,72 Prozent.
Die Fraktionen wollen diesen sogenannten Beschirmungsgrad auf 30 Prozent erhöhen. Damit sollen vor allem die Folgen sommerlicher Hitze in der Stadt abgemildert werden.
Neue Bäume sollen insbesondere auf Schulhöfen, Spielplätzen und an besonders heißen Orten gepflanzt werden.
Ersatzpflanzungen sollen verpflichtend werden
Ein zentraler Punkt ist die geplante Verschärfung der Freiburger Baumschutzsatzung.
Die Fraktionen fordern, dass künftig grundsätzlich jeder gefällte geschützte Baum ersetzt werden muss. Bisherige Ausnahmen sollen entfallen. Zudem soll geprüft werden, ob für einen gefällten Baum künftig mehr als ein neuer Baum gepflanzt werden muss.
Ersatzpflanzungen sollen möglichst in der Nähe des bisherigen Standorts und innerhalb des bebauten Stadtgebiets erfolgen.
Bereits 2023 hatte der Gemeinderat eine Überarbeitung der Baumschutzsatzung angestoßen. Nach Angaben der Antragsteller wurde sie wegen personeller Engpässe bislang nicht umgesetzt.
Gießkarte und klimaangepasste Baumarten geplant
Der Antrag enthält weitere Vorschläge:
- Eine interaktive Karte nach Berliner Vorbild soll zeigen, welche Stadtbäume Unterstützung beim Gießen benötigen.
- Bestehende Baumpatenschaften sollen stärker beworben werden.
- Bei Neupflanzungen sollen größere Baumgruben und ausreichend Platz für die Wurzeln berücksichtigt werden.
- Auch nicht heimische, schnell wachsende und an Hitze angepasste Baumarten sollen infrage kommen.
- Die Stadt soll prüfen, ob Stadtbäume als kritische Infrastruktur besonders geschützt werden können.
- Für Standorte ohne geeignete Pflanzflächen sollen auch große mobile Pflanzkübel geprüft werden.
Außerdem soll die Verwaltung ermitteln, welche Flächen sich für zusätzliche Bäume eignen und wie viel Geld für die Pflanzoffensive benötigt würde.
Entscheidung voraussichtlich im April 2027
Mit der Annahme des Antrags hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, sich mit den Vorschlägen zu befassen. Über konkrete Maßnahmen, Kosten und mögliche Änderungen der Baumschutzsatzung muss noch entschieden werden.
Die Antragsteller rechnen damit, dass die Stadtverwaltung ihre Ergebnisse voraussichtlich im April 2027 vorlegt.

