Bahnreisende in Südbaden müssen sich am Donnerstag, 29. Oktober 2026, auf mögliche Zugausfälle einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat Beschäftigte der SWEG Schienenwege erneut zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind unter anderem die Standorte Endingen und Lahr, an denen Stellwerke für den Zugverkehr betrieben werden.
Sollten die zuständigen Stellwerke wegen des Streiks nicht besetzt werden können, könnten mehrere Bahnstrecken im Breisgau und in der Ortenau zeitweise nicht befahren werden. Einen solchen Fall gab es bereits beim Streik zwischen dem 30. September und 02. Oktober 2026.
Diese Bahnlinien könnten betroffen sein
Nach den vorliegenden Informationen sind insbesondere folgende Verbindungen gefährdet:
- S3 Münstertalbahn: Bad Krozingen – Staufen – Münstertal
- S5 Kaiserstuhlbahn: Riegel-Malterdingen – Endingen – Breisach
- S11 Kaiserstuhlbahn: Gottenheim – Bahlingen – Endingen.
(Die Züge werden von der Deutschen Bahn betrieben, nutzen dort aber Infrastruktur der SWEG.) - RS12 Ortenau-S-Bahn: Biberach – Zell am Harmersbach – Oberharmersbach
- RS3 Ortenau-S-Bahn: Achern – Kappelrodeck – Ottenhöfen
Ob und in welchem Umfang tatsächlich Züge ausfallen, hängt unter anderem davon ab, ob die betroffenen Stellwerke besetzt werden können. Eine verbindliche Liste ausfallender Verbindungen liegt bislang nicht vor.
Voraussichtlich können die Züge auf folgenden Strecken mit Infrastruktur der Deutschen Bahn fahren: Die Elztalbahn S2 zwischen Freiburg, Denzlingen, Waldkirch und Elzach, die Europabahn zwischen Offenburg und Straßburg, die Renchtalbahn zwischen Offenburg und Bad Griesbach, die Kinzigtalbahn zwischen Offenburg, Hausach und Freudenstadt, sowie die Linie Hausach – Hornberg.
Auch der SWEG-Standort Gammertingen ist vom Warnstreik betroffen.
Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld
Hintergrund ist der Tarifkonflikt für Beschäftigte von mehr als 30 privaten Verkehrsunternehmen in Deutschland.
ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Monatsgehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Auszubildende sollen monatlich 100 Euro zusätzlich erhalten. Außerdem verlangt die Gewerkschaft eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro ausschließlich für ihre Mitglieder.
Nach Angaben von ver.di bieten die Arbeitgeber bislang eine Einmalzahlung von 270 Euro sowie zwei Gehaltserhöhungen an: drei Prozent ab Dezember 2026 und weitere zwei Prozent ab Januar 2028. Die vorgeschlagene Laufzeit beträgt 26 Monate.
Die Gewerkschaft hält das Angebot für unzureichend. Auch die dritte Verhandlungsrunde am 5. Oktober brachte keine Einigung.
Nächste Verhandlung am 16. November
Der Warnstreik am Donnerstag ist bereits der zweite im laufenden Tarifkonflikt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 16. November 2026 angesetzt.
Fahrgäste sollten sich vor ihrer Reise über den aktuellen Zugverkehr und mögliche Ersatzangebote informieren.

