FREIBURG

Handwerkskammer Freiburg verstärkt Kampf gegen Schwarzarbeit

Die Handwerkskammer Freiburg will verstärkt gegen Schwarzarbeit und unerlaubte Handwerksausübung vorgehen. Dafür setzt sie auf die Zusammenarbeit mit Behörden, die Prüfung von Verdachtsfällen und mehr Aufklärung. Auch Bürgerinnen und Bürger können Hinweise auf möglicherweise illegale Handwerksangebote melden.

Nach Ansicht der Handwerkskammer schadet Schwarzarbeit vor allem Betrieben, die ihre Beschäftigten ordnungsgemäß anmelden, Steuern und Sozialabgaben zahlen und die gesetzlichen Vorgaben einhalten.

„Wer sich an die Regeln hält, darf keine Wettbewerbsnachteile bekommen“, sagt Annalena Erdmann, Leiterin des Geschäftsbereichs Recht der Handwerkskammer Freiburg.

Verdachtsfälle werden an Behörden weitergegeben

Die Handwerkskammer prüft Hinweise auf unerlaubte Handwerksausübung, wertet Informationen aus und leitet begründete Verdachtsfälle an die zuständigen Behörden weiter.

Dabei geht es beispielsweise um Betriebe, die Arbeiten anbieten, für die eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich ist, ohne die entsprechenden Voraussetzungen zu erfüllen.

Die Handwerkskammer kann Schwarzarbeit allerdings nicht selbst bestrafen. Dafür sind die zuständigen Behörden verantwortlich.

Sie unterstützt deren Ermittlungen unter anderem mit ihrer rechtlichen Fachkenntnis. Dazu gehört auch die Auswertung beschlagnahmter Geschäftsunterlagen, um den Umfang unerlaubt ausgeführter Handwerksarbeiten zu ermitteln.

Zusammenarbeit mit Zoll und weiteren Stellen

Beim sogenannten „Runden Tisch Schwarzarbeit“ arbeitet die Handwerkskammer Freiburg mit verschiedenen Institutionen zusammen.

Dazu gehören unter anderem die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls, die Deutsche Rentenversicherung, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Stadt Freiburg.

Gemeinsam sollen Maßnahmen abgestimmt und die Bekämpfung von Schwarzarbeit verbessert werden.

„Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt“, betont Handwerkskammerpräsident Christof Burger. Sie schade rechtmäßig arbeitenden Betrieben und untergrabe faire Wettbewerbsbedingungen.

Vorsicht bei Handwerkern und Subunternehmen

Die Handwerkskammer empfiehlt Unternehmen, bei der Beauftragung von Subunternehmen deren Qualifikation und erforderliche Eintragung zu überprüfen.

Auch Privatkunden können sich informieren, ob ein Handwerksbetrieb ordnungsgemäß eingetragen ist. Als Nachweis kann beispielsweise eine Handwerkskarte dienen.

Ein auffällig günstiges Angebot oder eine unklare Internetseite sind für sich genommen allerdings noch kein Beweis für Schwarzarbeit. Bestehen Zweifel an der Berechtigung eines Anbieters, können diese bei der Handwerkskammer angesprochen werden.

So können Bürger Verdachtsfälle melden

Hinweise auf Schwarzarbeit und unerlaubte Handwerksausübung nimmt die Handwerkskammer Freiburg per E-Mail entgegen:
[email protected]

Je nach Verdacht können sich Betroffene auch direkt an den Zoll, die zuständigen Finanzbehörden oder die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft wenden.

Weitere Informationen und Ansprechpartner gibt es unter:
www.hwk-freiburg.de/schwarzarbeit/

Die Handwerkskammer Freiburg vertritt fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten in Freiburg sowie den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Ortenau, Lörrach.

Bild: Medienzunft, AdobeStock

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