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OB-Stichwahl in Offenburg: Benz oder Christ – am Sonntag fällt die Entscheidung

Offenburg entscheidet am Sonntag, 25. Oktober 2026, wer neuer Oberbürgermeister wird. In der Stichwahl treten Dr. Tobias Benz und Julian Christ gegeneinander an. Beide sind bereits Bürgermeister in anderen Städten und wollen die Nachfolge von Marco Steffens antreten, der nicht erneut kandidiert.

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Mit dem Wahlergebnis rechnet die Stadt gegen 19.30 Uhr. Vor dem Historischen Rathaus können Interessierte die Auszählung auf einer großen Leinwand verfolgen.

So ging der erste Wahlgang aus

Am 11. Oktober erhielt Tobias Benz mit 45,4 Prozent die meisten Stimmen. Julian Christ erreichte 27,2 Prozent.

Nach dem von der Stadt veröffentlichten vorläufigen Ergebnis entfielen 9.585 Stimmen auf Benz und 5.728 auf Christ. Keiner der sieben Bewerber erreichte die für eine Entscheidung im ersten Wahlgang erforderliche Mehrheit.

Die Wahlbeteiligung lag bei 45,8 Prozent. Von 46.354 Wahlberechtigten gaben 21.226 ihre Stimme ab.

Dr. Tobias Benz: Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen

Tobias Benz ist 44 Jahre alt, in Ohlsbach aufgewachsen und in Offenburg zur Schule gegangen. Der promovierte Volkswirt ist seit 2014 Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen im Landkreis Lörrach. Er ist CDU-Mitglied.

Benz will unter anderem mehr Wohnraum schaffen. Sein Ziel sind 2.000 zusätzliche Wohnungen bis 2034. Weitere Schwerpunkte seines Programms sind die Weiterentwicklung von Schulen und Kitas, die Digitalisierung der Verwaltung und eine langfristige Stadtstrategie unter dem Titel „Offenburg 2050“.

In der Verkehrspolitik setzt er auf die Berücksichtigung von Autos, Bussen, Bahnen, Fahrrädern und Fußgängern. Er möchte Parkgebühren kundenfreundlicher gestalten und ein Park-and-Ride-Angebot erproben.

Auch Wirtschaft, Klimaanpassung, Sicherheit und die Stärkung der Ortsteile gehören zu seinen Themen. Den geplanten Aussichtsturm im Zusammenhang mit der Landesgartenschau betrachtet er wegen der Kosten kritisch.

Julian Christ: Bürgermeister von Gernsbach

Julian Christ wurde 1987 geboren und ist seit 2017 Bürgermeister von Gernsbach im Landkreis Rastatt. Zuvor arbeitete er unter anderem in mehreren Ministerien des Landes Baden-Württemberg. Er studierte Öffentliches Recht und Politikwissenschaft und ist SPD-Mitglied.

Christ nennt Wirtschaft, bezahlbares Wohnen, Ehrenamt, Klimaanpassung und eine bürgernahe Verwaltung als zentrale Schwerpunkte.

Nach dem Bürgerentscheid gegen die Entwicklung des Flugplatzgeländes als Gewerbegebiet will er andere Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung Offenburgs suchen.

Bei der Landesgartenschau fordert er eine Kostenobergrenze und lehnt städtische Ausgaben für den geplanten Aussichtsturm ab.

Außerdem setzt er sich für zusätzliche Bäume zum Hitzeschutz, Wohnraum für Studierende und Auszubildende sowie stärkere Ortsverwaltungen ein.

Wo sich die Kandidaten unterscheiden

Beide Bewerber bringen Erfahrung als amtierende Bürgermeister mit. Auch beim Wohnungsbau, der wirtschaftlichen Entwicklung, der Klimaanpassung und den Kosten der Landesgartenschau setzen sie Schwerpunkte.

Benz nennt mit 2.000 zusätzlichen Wohnungen bis 2034 ein konkretes Ausbauziel und möchte eine langfristige Stadtstrategie entwickeln. Christ hebt unter anderem die Suche nach neuen Gewerbeflächen, die Stärkung des Ehrenamts und die Verantwortung der Ortsverwaltungen hervor.

Die genannten Positionen stammen aus den bisherigen Kandidatenvorstellungen und Wahlprogrammen.

Wählen auch ohne Wahlbenachrichtigung möglich

Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr hat, kann sich laut Stadt Offenburg im Wahllokal mit dem Personalausweis oder Reisepass ausweisen.

Die Wahllokale schließen am Sonntag um 18 Uhr. Anschließend beginnt die Auszählung.

Die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken werden wie beim ersten Wahlgang auf einer großen Leinwand vor dem Historischen Rathaus angezeigt.

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