KREIS LÖRRACH

Lörrach muss sparen – doch einige Zuschüsse sollen stabil bleiben

Lörrach steht weiter unter finanziellem Druck. Trotz steigender Steuereinnahmen und bereits eingeleiteter Sparmaßnahmen kann die Stadt ihren Haushalt derzeit nicht ausgleichen. Dennoch sollen die Zuschüsse für Vereine, soziale Einrichtungen, Kultur und Sport stabil bleiben. Auch wichtige Schulprojekte will die Stadt weiterverfolgen. Neue Personalstellen sind für 2027 nicht vorgesehen.

Darauf haben sich Gemeinderat und Stadtverwaltung bei einer Klausurtagung zur Haushaltsplanung verständigt. Die Beratungen zeigen allerdings auch: Das strukturelle Haushaltsproblem ist längst nicht gelöst.

Warum Lörrach trotz steigender Einnahmen Geld fehlt

Ein wesentlicher Grund für die Finanzprobleme ist die steigende Kreisumlage. Das ist Geld, das die Stadt an den Landkreis abführen muss, um dessen Aufgaben mitzufinanzieren.

Nach Angaben der Stadt wird der kommunale Anteil an der Einkommensteuer inzwischen weitgehend von dieser Umlage aufgezehrt.

Hintergrund sind unter anderem hohe Defizite bei der stationären Gesundheitsversorgung sowie steigende Kosten für Jugendhilfe und soziale Leistungen.

Oberbürgermeister Jörg Lutz fordert deshalb eine bessere Finanzierung der Kommunen durch Bund und Land. Übertragene Aufgaben müssten dauerhaft ausreichend finanziert werden.

Keine neuen Stellen und keine Kürzungen bei Zuschüssen

Für 2027 plant Lörrach trotz wachsender Aufgaben keinen zusätzlichen Personalbestand. Auch in den Folgejahren soll die Zahl der Stellen möglichst konstant bleiben.

Gleichzeitig besteht grundsätzlicher Konsens darüber, die bisherigen Zuschüsse für soziale, kulturelle und sportliche Angebote nicht zu kürzen.

Damit sollen unter anderem Vereine, ehrenamtliche Initiativen und soziale Einrichtungen Planungssicherheit behalten. Auch die Mittel für die Unterbringung obdachloser Menschen sollen stabil bleiben.

Die Stadt sucht stattdessen nach Einsparmöglichkeiten innerhalb ihrer Verwaltung. Projektgruppen überprüfen beispielsweise die Gebäudereinigung, Hausmeisterdienste, Grünpflege und Straßenreinigung. Auch bei städtischen Bauprojekten werden Standards und langfristige Betriebskosten untersucht.

Was wird aus dem Lörracher Hallenbad?

Eine der größeren offenen Fragen betrifft die Zukunft des sanierungsbedürftigen Hallenbads.

Drei Möglichkeiten stehen zur Diskussion:

  • Sanierung des bestehenden Hallenbads
  • Neubau am bisherigen Standort
  • Bau eines Kombibads am Standort des Parkschwimmbads

Die Stadtwerke haben dazu bereits Konzepte erarbeitet. Eine Entscheidung für eine der drei Varianten gibt es noch nicht.

Gemeinderat und Verwaltung betonen die Bedeutung des Hallenbads für den Schulsport, den Schwimmunterricht und die Freizeitangebote.

Schulprojekte bleiben wichtig – 480.000 Euro für Bäume

Trotz der angespannten Haushaltslage sollen wichtige Investitionen gesichert werden. Dazu zählen die Hellbergschule und die Grundschule Tumringen.

Auch beim Schutz vor zunehmender Hitze will die Stadt nicht sparen. Für zusätzliche Baumpflanzungen hat Lörrach bereits 480.000 Euro aus einem Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau erhalten.

Weitere Fördermittel sollen unter anderem über ein städtisches Klimaanpassungskonzept eingeworben werden. Geplant sind außerdem Maßnahmen zum Hitzeschutz in und an städtischen Gebäuden.

Lörrach und Weil am Rhein fahren nach Stuttgart

Um auf die Finanzprobleme der Kommunen aufmerksam zu machen, planen Vertreter des Lörracher Gemeinderats und der Verwaltungsspitze Ende November eine gemeinsame Fahrt mit einer Delegation aus Weil am Rhein nach Stuttgart.

Dort wollen sie mit konkreten Beispielen zeigen, wie stark kommunale Haushalte belastet sind, und eine bessere Finanzierung durch Bund und Land einfordern.

Haushaltsberatungen gehen im Dezember weiter

Wie hoch das Defizit im Haushalt 2027 am Ende ausfallen wird, steht noch nicht fest. Die Stadt prüft weitere Möglichkeiten, die Ausgaben dauerhaft zu begrenzen.

Am 3. Dezember 2026 berät der Hauptausschuss ganztägig über den Haushaltsplanentwurf. Die endgültigen Entscheidungen trifft anschließend der Gemeinderat.

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