Wie können junge Wälder so gepflegt werden, dass sie langfristig stabil und anpassungsfähig bleiben? Mit dieser Frage haben sich rund 40 private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei einer Fortbildung des Forstamts Emmendingen beschäftigt. Die Veranstaltung fand am 9. und 10. Oktober in Denzlingen statt.
Im Mittelpunkt stand die sogenannte Jungbestandspflege. Dabei geht es darum, junge Bäume gezielt zu fördern und die Entwicklung eines Waldes frühzeitig zu steuern.
Wie aus jungen Bäumen stabile Mischwälder werden
An drei Stationen erklärten Mitarbeitende des Forstamts unterschiedliche Methoden der Waldpflege.
Die Teilnehmenden erfuhren, wie sich junge Laub- und Nadelbaumbestände entwickeln lassen und welche Pflegearbeiten in den verschiedenen Wachstumsphasen sinnvoll sind.
Die vorgestellten Maßnahmen reichten von der Pflege bereits nachgewachsener Jungbäume bis zum Beginn der ersten Durchforstung. Dabei werden gezielt Bäume entnommen, damit andere mehr Platz und bessere Wachstumsbedingungen bekommen.
Auch verschiedene Techniken zum Entfernen von Ästen sowie der Einsatz moderner Akkugeräte waren Teil der Fortbildung.
Waldbesitzer konnten selbst Hand anlegen
Besonders praktisch wurde es an der Station zur sogenannten Wertästung. Bei dieser Technik werden Äste gezielt entfernt, um die Qualität des späteren Holzes zu verbessern.
Die Teilnehmenden konnten mit Kletterausrüstung selbst auf eine spezielle Leiter steigen und die Arbeit am Baum kennenlernen.
Carla Wiest, Leiterin der Forstamt-Außenstelle Kollnau, betonte die Bedeutung der frühen Waldpflege. Besonders im ersten Drittel des Lebens eines Waldbestands werde die Grundlage für stabile, anpassungsfähige und qualitativ hochwertige Mischwälder gelegt.
Fortbildung ist Teil eines Landesprojekts
Die Veranstaltung gehörte zum Projekt „WAld – Wissenstransfer und Austausch lokal und direkt“.
Das Projekt ist Bestandteil der Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 und wird aus Landesmitteln finanziert.
Ziel der Fortbildung war es, privaten Waldbesitzern praktische Kenntnisse zu vermitteln, mit denen sie die Entwicklung ihrer jungen Waldbestände gezielt unterstützen können.
Bild: Landratsamt Emmendingen

